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Japan #10: Hakone – Berge und heiße Quellen

Zum Abschluss unserer dreiwöchigen Japan-Rundreise wollten wir unbedingt noch in den Genuss eines Onsen kommen, also einer heißen Quelle. Diese findet man beispielsweise rund um Hakone in der Nähe des Fuji.

Wir buchten uns in einem Ryokan (ein traditionelles japanisches Hotel) im Ort Motohakone mit hoteleigenem Onsen ein. Alternativ kann man auch öffentliche heiße Quellen besuchen. Onsen sind meist für Frauen und Männer getrennt, und da während unseres Aufenthalts kaum andere Gäste da waren, hatte praktisch jeder von uns ein Onsen ganz für sich allein.

Ryokan mit Onsen

Onsen sind immer ähnlich aufgebaut: Zuerst kommt man in einen Umkleideraum, in dem man seine Kleidung ablegen kann. Im Anschluss befinden sich Duschen, meist mit Hockern zum Sitzen ausgestattet. Nach der Dusche kann man sich dann in ein Indoor- oder Outdoor-Onsen-Becken wagen.

Ich wusste zwar, dass das Wasser heiß sein würde, aber das Baden im Onsen ist schon eine Nummer für sich. Über 40° Celsius Wassertemperatur ist etwas gewöhnungsbedürftig. Das Außenbecken empfand ich als angenehmer, da man sich zwischendurch abkühlen kann, indem man kurz aufsteht.

In Motohakone gibt es keinen (!) Supermarkt, daher sollte man sich vorher ausreichend mit Snacks eindecken. Am Terminal für Ausflugsboote (Hakone Kojiri Terminal) gibt es auch einen Souvenirshop, wo man Getränke kaufen kann. Ansonsten haben wir nur zwei, drei Lokale gefunden, die offen hatten – ich vermute stark, das lag an unserer Off-Season-Reisezeit. Also besser vorher checken, nicht dass man dann mit knurrendem Magen festsitzt.

Die Gegend um Hakone – Ōwakudani

Nur zum Entspannen waren wir allerdings nicht da: Eine Sehenswürdigkeit hatten wir uns vorgenommen, nämlich Ōwakudani. Das ist eine große Aussichtsplattform, von der aus man den Fuji sehen kann. Außerdem kann man ein Tal überblicken, in dem Schwefelquellen liegen. Der Schwefel, der dort austritt, hat die komplette Erde in der Umgebung gelb gefärbt. Ein Geruch nach faulen Eiern ist allgegenwärtig, je nach Windrichtung mal mehr, mal weniger ausgeprägt.

Ein weiteres Highlight der meisten Besucher scheinen die im Schwefel-Quellwasser gekochten Eier zu sein (Kuro-tamago). Die Farbe der Eierschale wird beim Kochen durch den Schwefel schwarz – diesem Phänomen hat man sogar ein überdimensionales schwarzes Ei gewidmet, das mitten auf dem Aussichtsplateau steht. Scheinbar bringt es Glück, diese Eier zu essen, wir haben uns aber nicht daran versucht.

Eigentlich gibt es mehrere Wanderwege nach Ōwakudani, diese waren aber allesamt gesperrt (den Grund haben wir nicht so genau herausgefunden, eventuell hängt es mit austretendem Schwefel zusammen). Also liefen wir die Landstraße zu Fuß nach oben, was ich an manchen Stellen etwas gewagt fand, da nicht überall ein Fußgängerweg existierte. Aber die Straßen werden – abgesehen von Ausflugsbussen – nicht übermäßig stark befahren.

Alternativ kann man auch mit der Hakone-Seilbahn nach Ōwakudani fahren. Die Talstation der Seilbahn liegt am Ashisee (von wo aus wir losgelaufen sind). Man kann dann auch noch weiter nach Sōunzan fahren.

Second Hand Kimono Shopping

Zu dem Kimono, den ich auf dem Foto trage, gibt es auch noch eine Geschichte: An einem verregneten Tag in Kawaguchiko hatten wir die Second-Hand-Kette “Hard Off” entdeckt. Diese hat scheinbar in ganz Japan Läden, zum Teil mit unterschiedlicher Ausrichtung (einmal sind wir über einen Haushaltsgeräte Hard Off gestolpert, in Tokio waren wir noch in einem Book Off, also für Second Hand Bücher).

Für mich als Flohmarkt-Junkie ein absoluter Traum. Besonders hatte es uns die Filiale in Hiroshima angetan. Neben einer riesigen Auswahl an gebrauchten Videospielen (ich sage nur: Original verpacke Famicom, der japanischen Variante des NES) gab es dort auch diverse Second Hand Kimonos. Ich konnte nicht widerstehen und habe mich für einen entschieden. An der Kasse sprach uns eine ältere japanische Dame an. Mit Händen und Füßen verständigten wir uns, denn wir konnten nicht wirklich Japanisch und sie nur ein wenig Englisch.

Sie wollte wissen, ob der Kimono für mich sei und half mir dann nicht nur, die fehlenden Bestandteile dazuzukaufen (man benötigt diverse Zubehörteile um den Obi, also den Gürtel, richtig zu befestigen). Sie gab uns auch noch eine Live-Anleitung an mir, wie man den Gürtel richtig zu binden hatte (und machte Phil klar, dass er es sich zum einen merken und zum anderen mitfilmen sollte :D).

Eine authentischere Erfahrung hätte ich nicht machen können, daher wird dieses Kleidungsstück zwar vermutlich nur im Schrank hängen, aber es wird für immer ein wunderschönes Andenken an diese besondere Reise sein.

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