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Japan #9: Burg Himeji & Osaka

Spätestens zu diesem Zeitpunkt unserer Reise wurde uns bewusst, dass es sie sich so langsam aber sicher dem Ende zuneigte. Hiroshima war der westlichste Punkte unserer Japan-Tour. Danach brachen wir wieder Richtung Osten auf, wieder zurück nach Tokio.

Aber nicht, ohne noch zwei Zwischenstopps einzulegen. Der vorletzte Stopp der Japan-Rundreise war Osaka. Leider war es aber wirklich nur ein kurzer Zwischenstopp. Wir hatten noch genau 5 Nächte in Japan übrig. Die letzte wollten wir in Tokio verbringen, auch einfach um im Notfall noch ein bisschen Zeitpuffer übrig zu haben. Außerdem stand noch Hakone auf dem Programm. Wir hätten also entweder je 2 Nächte in Osaka und Hakone verbringen können, oder eine Nacht in Osaka und 3 in Hakone. Letzendlich haben wir uns für die letztere Variante entschieden.

Das klingt zwar unglaublich schade, aber auch an zwei Tagen hätten wir Osaka – eine Stadt mit 2,7 Mio. Einwohnern – nicht die verdiente Aufmerksamkeit schenken können. Wir haben auf unserer Reise bereits drei große Städte besucht und wollten es dabei belassen. Also gab es nur einen ganz kurzen Abstecher nach Osaka.

Von Hiroshima nach Himeji

Auf dem Weg von Hiroshima nach Osaka stoppten wir in Himeji. Unser Ziel war dort natürlich das bekannte Burg Himeji, die man fußläufig vom Bahnhof erreichen kann. Unser Gepäck lagerten wir in einem Schließfach am Bahnhof und konnten so ganz entspannt die Burg besichtigen.

In Japan finden sich viele beeindruckende Burgen-Bauwerke. Jedoch sind nur wenige davon noch original erhalten. Die Burg Himeji ist eine von zwölf in ihrem ursprünglichen Zustand erhaltenen Burgen. Bei den übrigen Burgen handelt es sich um Nachbauten. Dass die meisten Burgen verschwunden sind, lässt sich unter anderem auf ihre Bauweise (aus Holz) zurückführen, die Erdbeben, Bränden oder Kriegen einfach nicht standhalten konnten.

Mit uns bekannten Burgen haben die japanischen Pendants gemeinsam, dass es sich um komplexe Verteidigungsanlagen handelt. Die Architektur weicht aber stark davon ab.

Burg Himeji / Himeji Castle

Schon vom Bahnhof aus konnten wir in der Ferne einen Blick auf die Burg erhaschen. Je näher wir kamen, desto imposanter schien das Gebäude zu werden. Strahlend weiß thront es über der Stadt Himeji.
Beim Betreten des eigentlichen Gebäudes mussten wir unsere Schuhe ausziehen – um die antiken Holzböden nicht zu beschädigen. Drinnen fanden wir uns plötzlich in einem großen, komplett aus Holz gebauten Raum wieder. Da sich die Menschen schnell verteilten, waren Teile der Stockwerke fast leer.

Man kann dank guter Beschilderung viel über das Bauwerk lernen. Zum Beispiel, dass es zwei Stützpfeiler gibt, die quasi die gesamte Holzkonstruktion tragen. Neben architektonischen Informationen ist auch die Geschichte oder die allgemeine Funktionsweise einer solchen Burg interessant.

An vielen Orten gibt es versteckte Klappen oder kleine Nischen, an denen sich die Soldaten bei einem Angriff auf die Burg verstecken und so aus dem Hinterhalt angreifen konnten.

Nach und nach schlängelten wir uns die teilweise sehr steilen Holztreppen nach oben. Ganz oben, im obersten Stockwerk der Burg, findet sich schließlich ein kleiner Schrein. Da die Räume nach oben hin immer weiter zusammenschrumpfen, staut es sich hin und wieder etwas. Um nach ganz oben zu gelangen, muss man also eventuell kurz warten.

Die Besucher werden blockweise in einem Schwung nach oben gelassen, und die vorherige Besucherschar über eine zweite Treppe wieder nach unten geschickt. Obwohl die Burg an diesem Tag gut besucht war, hielt sich die Warterei aber in Grenzen. Es gibt ja auch spannende Dinge zu entdecken, wie zum Beispiel die Aussicht von oben über Himeji.

Falls ihr euch für japanische Burgen interessiert, findet ihr hier eine Liste an Burgen und hier einen interessanten Artikel, der sich unter anderem mit dem Aufbau und der Struktur einer Burg auseinandersetzt.

Keine Frage, der Besuch der Burg war die Reise auf jeden Fall wert. Man begibt sich mit dem Betreten der Anlage direkt in eine Zeitreise und sollte dafür genug Zeit einplanen. Je nachdem, von welchem Ausgangspunkt man startet, eignet sich Himeji mindestens für einen Halb- oder sogar Ganztagesausflug.

Osaka

Da uns Himeji so in den Bann gezogen hat, blieb uns für Osaka ehrlicherweise nicht mehr viel Zeit übrig. Wir hatten ein Hotelzimmer in der Nähe des Bahnhofs gebucht, strategisch gut gelegen für unsere An- und Abreise. Das war übrigens eines der wenigen Hotelzimmer, die wir auf unserer Reise gebucht hatten und ich möchte euch hier mal einen kleinen Einblick geben.

Im Vorfeld hatten uns einige Bekannte schon berichtet, dass man in Japan eher mit vergleichsweise kleinen Zimmern rechnen sollte. Wir waren sehr froh, dass wir die guten Ratschläge berücksichtigt und nur einen Koffer dabei hatten. Am Ende hätte ich sogar zwei Backpacker-Rucksäcke bevorzugt: Während wir mit dem einen Koffer immer eine kleine Herausforderung beim Verstauen hatten, konnte ich meinen Rucksack einfach in eine Ecke des Zimmers stellen, ohne dass er im Weg herumstand.

Dotonbori Street in Osaka

Letztendlich waren wir zwar etwas fertig von unserer Reise von Hiroshima nach Himeji gefolgt von einer Burg-Besichtigung. Aber der Hunger trieb uns nach draußen und so landeten wir auf der Dotonbori Straße. Die Straße birgt einen quirligen, lauten Mix aus vielen Menschen, Lokalen, Bars, der Beschallung durch leuchtende Werbebanner und einer Flaniermeile am gleichnamigen Kanal.

Wie bunt, laut und voll es in dem Stadtviertel war, lässt sich kaum mit Bildern oder Worten ausdrücken. Aber entgehen lassen sollte man sich dieses einmalige Erlebnis auf keinen Fall. Ein bisschen wirkt der Ort wie eine Mischung aus Venedig und der Kulisse eines futuristischen Science Fiction Films.

Historisch gesehen handelt es sich übrigens um ein Theater-Viertel. Ein Kabuki-Theater ist auch heute noch zu finden (haben wir nicht besucht): Das Shochikuza Kabuki Theater kann man eigentlich nicht übersehen, wenn man die Dotonbori entlangläuft.

Wer übrigens ein richtig abgefahrenes Kaufhaus sehen möchte, der kann sich einmal das “Hep Five” ansehen. Nicht nur, dass man beim Betreten des Eingangs direkt vom Maul eines gigantischen, roten bemalten, in der Luft hängenden Walfischs begrüßt wird. Nein, auf dem Dach des Gebäudes steht zudem ein Riesenrad.

Leider war uns die Warteschlange zu lang (schließlich hatten wir Hunger). Daher verbrachten wir unseren Abend lieber an der Uferpromenade in der Dotonbori Straße. Mein Essenstip: Takoyaki und die Osaka-spezifische Variante von Okonomiyaki.

Im nächsten Japan-Post nehme ich euch mit in eine “etwas” ruhigere Gegend: Nach Hakone.

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