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Japan #8: Hiroshima, Miyajima Island, Itsukushima Schrein

Von Kyoto aus machten wir uns auf den Weg zur westlichsten Etappe unserer Reise: Nach Hiroshima.

Schon allein aufgrund seiner geschichtlichen Bedeutung war Hiroshima für uns ein Muss auf der Japan-Reise. Mit der Historie des zweiten Weltkriegs und der fast vollkommenen Zerstörung der Stadt aufgrund des Atombombenabwurfs 1945 sollte man sich aus meiner Sicht schon auseinandersetzen, wenn man denn schon mal vor Ort ist.

Ankunft in Hiroshima

Von Kyoto aus nahmen wir einen Shinkansen nach Hiroshima. Im Zug fand ich durch Zufall heraus, dass es JR Sightseeingbusse gibt, die vom Bahnhof zum Beispiel zum Friedenspark (Peace Memorial Park) fahren. Und dass diese Busse für uns kostenlos waren, da wir ja einen Japan Railpass gekauft hatten. Mit unserem vergleichsweise leichten Gepäck war es kein Problem, den Bus zu nehmen. Wer schwer beladen ist, sollte aber vielleicht doch auf ein anderes Verkehrsmittel zurückgreifen, da der Bus verständlicherweise keinen Stauraum für großes Gepäckstücke hat.

Unsere Ferienwohnung konnten wir ohnehin erst ein paar Stunden später beziehen, also nahmen wir den Bus zum Peace Memorial Park und liefen von da aus zu Fuß zu unserer Unterkunft.

Durch Hiroshima fließt der Fluss Ota, der sich in seinem Verlauf durch die Stadt in mehrere Kanäle aufteilt, ehe er schließlich im Meer mündet. Das Wasser prägt das Stadtbild, so findet man zum Beispiel überall Brücken und Flussufer zum Entlangschlendern. Da Hiroshima etwas südlicher liegt, als unsere vorherigen Reiseziele, erwartete uns auch strahlender Sonnenschein und warme Temperaturen um die 20 Grad. Da kam Ende April bei mir direkt ein bisschen Frühsommer-Stimmung auf.

Friedensdenkmal / Peace Memorial Park

Den Friedenspark in der Stadtmitte erkundeten wir mit Leihfahrrädern, die wir über unsere Unterkunft bekommen konnten. Radeln war eine schöne Abwechslung, nachdem wir Tokyo und Kyoto zu Fuß und mit der Metro erkundet hatten.

Geprägt ist der Peace Memorial Park vom Friedensdenkmal (Atomic Bomb Dome). Direkt über diesem Gebäude explodierte in 600m Höhe die Atombombe. Dadurch wurde es eher “in den Boden gedrückt”, und konnte als einziges Gebäude um Umkreis der zerstörerischen Kraft der Bombe standhalten.

Unter einem Kenotaph (ein Denkmal für die Verstorbenen) brennt eine eine ewige Flamme des Friedens. Dieses soll so lange nicht erlöschen, bis es keine Atomwaffen mehr auf der Erde gibt.

Auf dem Parkgelände befinden sich hier und da diverse weitere Denkmale, die über die Geschichte Hiroshimas oder auch einzelner Persönlichkeiten informieren.

Hier findet ihr noch einen Link zur offizielle Website mit Infos und Öffnungszeiten des Museums.

Okonomiyaki nach Hiroshima-Art

Nachdem wir unser Apartment bezogen hatten, war es bereits früher Abend. Wir entschlossen uns dazu, ein Okonomiyaki Restaurant zu suchen und fanden eines in der Nähe unserer Unterkunft. Okonomiyaki ist eine Spezialität in Hiroshima: Es ist eine Art Omelett aus gebratenen Soba-Nudeln mit weiteren Beilagen nach Wahl (zum Beispiel Kohl, andere Gemüse-Sorten, oder Fleisch). Darüber wird eine spezielle Sauce gegeben, das Ergebnis ist äußerst lecker.

Burg Hiroshima (Karpfenburg)

Auch Hiroshima beherbergt eine Burg, die (wie die meisten Burgen in Japan) ein Nachbau ist. Er wurde in den 1950ern errichtet und beinhaltet heute ein Museum. Da wir auf unserem nächsten Stopp die Burg Himeji besichtigen wollten, ließen wir diese Burg aus. Wären wir länger in der Stadt geblieben, hätte ich sie aber gern noch besucht.

Miyajima Island

Südlich von Hiroshima befinden sich mehrere Inseln, die man mit Fähren erreichen kann. Die wohl bekannteste davon ist Miyajima, eine Insel mit dem berühmten Shinto-Schrein Itsukushima. Wir nutzten das sonnige Wetter für einen Tagesausflug dorthin. Die JR-Fähre ist im Railpass übrigens inbegriffen.

Nach der kurzen Überfahrt wurden wir direkt von einer breiten Promenade und einem Sandstrand erwartet. Die Insel ist bewaldet und beherbergt freilaufende Hirsche, wie in Nara. Die Tiere waren zutraulich und lagen größtenteils träge unter schattigen Bäumen herum. Einen Hirsch am Strand zu sehen, war für mich aber tatsächlich ein eher ungewöhnlicher Anblick, oder was meint ihr?

Itsukushima Schrein

Auf der Insel hat man diverse Freizeit-Möglichkeiten, die man an einem Tag kaum alle ausschöpfen kann. Den Itsukushima Schrein besichtigten wir zuerst. Angeblich handelt es sich dabei um eines der am häufigsten fotografierten Sehenswürdigkeiten in Japan. Das glaube ich übrigens gern, denn auch auf unserem Reiseführer zierte dieses Motiv das Cover.

Nur bei Ebbe kann man zu dem imposanten, roten Torii laufen. Da bei unserer Ankunft noch Flut war, warteten bereits zig Menschen auf dem Steg darauf, hinüberlaufen zu können.

Im Anschluss wanderten wir ein Stückchen Richtung Mount Misen. Ganz hinauf zu wandern muss sich länger hinziehen als gedacht, zumindest habe ich das in mehreren Reiseberichten gelesen. Wer keine Lust auf eine lange Wanderung hat, kann daher eine Seilbahn benutzen.

Ich schwöre übrigens, dass sich folgende Szene exakt so abgespielt hat:
Phil und ich setzten uns in eine schattige Ecke an einer niedrigen Mauer am Strand, um eine kleine Pause zu machen.
Ich sagte: “Wäre doch witzig, wenn plötzlich eine Hirsch hier zwischen uns seine Nase über die Mauer strecken würde, oder?”
Wir packten unsere Äpfel aus und kauten genüsslich.
Zwei Minuten später hörte ich ein Schnauben neben meinem Ohr und sah, wie ein Hirsch sich den Apfel aus meiner Hand mopst.

Nach zwei Nächten mussten wir Hiroshima wieder verlassen. Mir hat die Stadt sehr gut gefallen. Vor allem der Fluss, der sich mit seinen Kanälen durch die Stadt schlängelt, hat sich bei mir eingeprägt. Unser nächster Stopp war die Burg Himeji und anschließend Osaka. Von diesen beiden Orten berichte ich euch im nächsten Artikel.

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