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Japan #3: Tokio – Akihabara, Meiji-Schrein, Senso-Ji Tempel, Kodokan Dojo und Tokyo Skytree

An unseren vier Tagen in Tokio (hier geht es übrigens zurück zu Tokio Teil 1) wechselten sich immer ein Sonnen- und ein Regentag ab. Am angekündigten Regentag planten wir daher möglichst viele Indoor-Aktivitäten ein. Unter anderem stand eine Tour durch Akihabara und der Besuch eines Judo-Dojo auf dem Programm.

Akihabara – quirliger Stadtteil von Tokio

Dieses Stadtviertel in Worten zu beschreiben, fällt mir tatsächlich schwer. Ich glaube, man muss einfach dort gewesen sein, um sich die Atmosphäre vorstellen zu können. Akihabara beherbergt unzählige Elektronik- und Videospielestores, und zwar in einer so großen Masse, dass einem fast schwindelig wird. Aus jedem Ladeneingang dröhnt ein anderes Geräusch, irgendwo singt ein Pikachu, alles blinkt und wuselt. Klingt vielleicht ein bisschen anstrengend, aber ich fand es super spaßig. Perfekte Gelegenheit, um sich an einem Regentag ins Getümmel zu stürzen.

Außerdem findet man diverse Katzen-, Eulen- oder andere Tiercafés. Ich weiß, das ist immer noch ein Hype, aber informiert euch bitte vorher oder schaut euch das Café erstmal an. Ich habe im Vorbeilaufen zum Beispiel ein Café mit süßen Welpen gesehen, die in winzigen Glasboxen im Schaufenster warteten, bis der nächste Gast zum Streicheln und Knuddeln kam. Andererseits gibt es auch Cafés, die sich zum Beispiel um die Tiere aus “zweiter Hand” kümmern, etwa wenn ein anderer Laden zugemacht hat.

Tierfrei aber ebenfalls speziell sind Cosplay- oder Maid-Cafés. Dafür wird auch fleißig überall Werbung gemacht und man stolpert alle paar hundert Meter über Damen in Dienstmädchen-Verkleidungen.
In Akihabara gibt es nichts, was es nicht gibt.

Mitunter am Spannendsten fand ich die Manga-/Anime-Merchandise Stores, in denen es wirklich zu jeder Serie, die ich als Kind geschaut habe, alle möglichen Sammelfiguren, Socken oder Schlüsselanhänger gab. Wer ein ganz besonderes Souvenir mit den Helden aus seiner Kindheit sucht, wird bestimmt fündig. Eine sehr große Auswahl an Manga (auch englisch-sprachig) habe ich im Shosen Bookstore gefunden. Dort gibt es auf drei Etagen Manga, wenn man etwas Bestimmtes sucht sollte man lieber fragen. Allein wäre ich verloren gewesen.

Ein guter Tipp für gebrauchte Bücher (auch Manga) ist übrigens “Book Off”. In Japan sind wir mehrfach über die Second Hand Kette “Hard Off” gestolpert, die auch einen Ableger nur für Bücher haben. Japanisch-Kenntnisse wären allerdings von Vorteil, internationale Literatur ist eher Mangelware. In Akihabara gibt es einen sehr großen, mehrstöckigen Book Off.

Kodokan Judo Dojo

Als Judoka war es ein Herzenswunsch, die Geburtsstätte meiner Sportart zu besuchen. Die Judo-Schule Kodokan wurde 1882 in Tokio gegründet. Sie steht nicht mehr ganz an ihrem ursprünglichen Ort und heute trainiert man nicht mehr in einem Tempel, sondern in einem mehrstöckigen Dojo. Aber auch heute noch ist der Kodokan das Herzstück von Judo.

Das heutige Dojo verfügt zu meiner größten Begeisterung über eine Zuschauertribüne, auf der man einfach platznehmen darf. Zu finden ist sie im achten Stock (also ganz oben). Wer sich für japanischen Kampfsport interessiert, schaut sich am besten vorher nach den Trainingszeiten um – sonst gibt es am Ende gar nichts zum Zusehen. Von der Tribüne aus kann man das Geschehen im Haupt-Dojo dann gespannt mitverfolgen. Da es draußen gerade ziemlich ungemütlich geregnet hat, saßen wir hier leider eine Weile fest. So ein Pech aber auch! :)

Rainbow Bridge im Hafen von Tokio

Nicht nur einen Eiffelturm-Klon besitzt Tokio, sondern auch noch eine Mini-Variante der Freiheitsstatue. Die allein wäre aus meiner Sicht den Besuch noch nicht wert, aber sie steht praktischerweise genau neben dem perfekten Aussichtspunkt für die Rainbow Bridge.

Wenn man sich viel Zeit nimmt, kann man die knapp 800 Meter lange Hängebrücke auch zu Fuß überqueren. Übrigens wird sie nur zu ganz bestimmten Gelegenheiten in Regenbogenfarben angeleuchtet.

Asakusa: Senso-Ji Tempel und Tokyo Skytree

Am nächsten Morgen war wieder strahlender Sonnenschein angesagt, daher haben wir uns für diesen Tag den Senso-Ji Tempel sowie den Meiji-Schrein aufgehoben.

Den Senso-Ji (auch Asakusa-dera genannt) sollte man wirklich sehr, sehr früh morgens besuchen oder alternativ kein Problem mit vielen anderen Menschen haben. Schließlich handelt es sich um Tokios ältesten und einen der bedeutendsten Tempel. Die buddhistische Tempelanlage betritt man durch das “Donner-Tor” (Kaminari-mon).

Beim weiteren Weg zum Hauptgebäude sowie zur fünfstöckigen Pagode durchquert man eine Gasse mit vielerlei Ständen, an denen man verschiedenes Essen oder Souvenirs findet. Direkt neben der Haupthalle befindet sich auch noch ein Shinto-Schrein.

Wie in Japan üblich, kann man sich sein Glück (oder Pech) auf einem Papierstreifen vorhersagen lassen. Das Prozedere nennt sich Omikuji oder Mikuji. Am besten schaut man den Geübten hier eine Weile zu, damit man alles richtig macht. Zuerst bezahlt man natürlich (in meinem Fall 100 Yen, also etwa 1 Euro), danach wird eine Box geschüttelt, in der beschriftete Stäbchen sind. Dabei sollte man sich etwas bestimmtes wünschen.

Eines der Stäbchen fällt heraus und man sucht dann die Schublade mit den gleichen Schriftzeichen heraus. Aus der Schublade entnimmt man dann sein ganz persönliches Omikuji und legt das Stäbchen wieder zurück in die Schachtel.
Ist einem das Schicksal nicht wohlgesonnen, wird der Zettel gefaltet und an eine Kiefer geknotet.

Die gesamte Tempelanlage ist wunderschön, es gibt zum Beispiel einen Garten zum Hindurchlaufen und diverse Nebengebäude. Man kann hier gut ein bis zwei Stunden verbringen, ohne sich zu langweilen.

Auf dem Rückweg erhaschten wir noch einen Blick auf den Tokyo Skytree, der im gleichen Stadtteil (Asakusa) steht. Der Skytree ist das aktuell zweithöchste Gebäude der Welt (nach dem Burj Khalifa in Dubai).

Meiji-Schrein & Harajuku

Eine andere Sehenswürdigkeit in Tokio, die man sich nicht entgehen lassen sollte, ist der Meiji-Schrein. Er befindet sich im Stadtteil Shibuya in der Nähe des Bahnhofs Harajuku. Leider waren wir nicht an einem Wochenende dort, denn gerade Sonntags sollen sich in Harajuku Cosplay-begeisterte tummeln. Unter der Woche hatte dazu offensichtlich niemand Zeit.

Nachdem man das erste Tori durchquert hat (Verneigen nicht vergessen), läuft man erst einmal ein ganzes Stück durch den Wald, der den Schrein umgibt. Die ganze Wegstrecke hat fast etwas Meditatives an sich. Der Wald bzw. Park dient auch als Naherholungsgebiet.

Der Meiji-Schrein war ebenfalls gut besucht, aber nicht so überlaufen wie der Senso-Ji Tempel.

Als ganz arges Gegenprogramm haben wir uns anschließend in die Takeshita Street in Harajuku gewagt, die man einfach gesehen haben muss.

Hier reihen sich diverse Shops mit Süßigkeiten an Läden mit Kostümen.
Wir haben die Geschäfte aber links liegen lassen und sind stattdessen einem Tipp von Vicky gefolgt und haben uns Matcha-Cappuccino und Pancakes im Ursando Garden gegönnt.

Leider endet damit unser Tokio-Abenteuer auch schon – erst ganz am Ende unserer fast dreiwöchigen Reise kommen wir nochmal für eine Nacht zurück in die Megacity.

Als nächstes werde ich euch mit in die Berge nehmen – ja, richtig: Es geht zum Fuji!

Zu allen Japan-Posts geht es hier entlang.

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