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Japan #2: Ankunft in Tokio – eine Megacity | Shibuya, Chiyoda, Kaiserpalast

An den Tagen vor der Abreise nach Japan war ich schon unglaublich hibbelig. Aus mehreren Gründen: Japan an sich ist schon aufregend genug, zudem war das mein erster richtig langer Langstreckenflug seit 2011, es sollte außerdem unsere bisher längste Reise werden und dann war es auch noch mein erster richtiger Business Class Flug.

Glücklicherweise kamen wir über ein Schnäppchenangebot günstig an die besseren Sitzplätze, der Aufpreis zur Economy lag letztendlich bei um die 200 Euro. Es lohnt sich auf so einer langen Flugstrecke aus meiner Sicht auf jeden Fall, zumindest mal nach Angeboten Ausschau zu halten.

Geflogen sind wir mir Air China und hatten daher auf dem Hinflug einen Zwischenstopp in Peking. An diesem Zeitpunkt der Reise war mein Körper ein bisschen durcheinander mit den Zeitzonen und ich dementsprechend ein wenig zermatscht, aber an den schönen Sonnenaufgang am Flughafen Peking erinnere ich mich noch sehr gut.

Das Glück war auf unserer Seite, als wir feststellten, dass wir von unseren Fenstern aus den Fuji bereits aus der Luft erblicken konnten. Besser hätte unsere Reise nicht beginnen können.

Tokio – ein paar Fakten

Tokio ist keine gewöhnliche Großstadt. Wenn man es ganz genau nimmt, ist Tokio noch nicht einmal eine Stadt. Vielmehr ist Tokio der Zusammenschluss von 23 Bezirken. In diesen 23 Bezirken leben über 9 Millionen Menschen. Im gesamten Ballungsraum um Tokio, der sich auch aus den Städten Yokohama und Kawasaki zusammensetzt, leben über 37 Millionen Menschen.

Im Jahr 1446 wurde in der Bucht des heutigen Tokio die Burg Edo erbaut. Daher trug Tokio früher den Namen Edo. Erst 1868, als der Sitz des japanischen Kaisers (Tennō) von Kyoto nach Edo verlegt wurde, bekam Tokio seinen heutigen Namen. Er bedeutet so viel wie “östliche Hauptstadt“.

Tokio wurde im Laufe der Geschichte mehrmals Opfer von Großbränden und schweren Erdbeben. Kein Wunder also, dass es in Tokio kaum noch Viertel mit alter Architektur gibt, wie man sie beispielsweise in Kyoto noch vorfindet.

Ich lege euch wirklich ans Herz, euch ausführlicher mit der Stadtgeschichte zu beschäftigen – die ist nämlich wirklich spannend, würde aber diesen Blogpost deutlich sprengen.

Ankunft in Tokio – Flughafen Haneda

In Haneda gelandet, machten wir uns erstmal auf die Suche nach den Automaten, an denen man die Prepaid-Chipkarten (IC-Cards) für die Metro kaufen kann. Die beiden Systeme, die am weitesten verbreiten sind, heißen Pasmo und Suica. Aus meiner Sicht ist es wirklich egal, welche Karte man nimmt. Wir konnten mit unserer Pasmo in Tokio, Kyoto, Hiroshima, Nara, Osaka und sogar im Bus nach Hakone überall mit der Karte zahlen – ich habe aber immer die Logos beider Anbieter abgebildet gesehen.

Danach bezogen wir unser Hotel im Stadtteil Ikebukuro, das im Viertel Toshima liegt. Ikebukuro befindet sich nördlich von Shinjuku und ist etwas außerhalb, aber wir konnten alles gut erreichen. Der Bahnhof Ikebukuro ist an die JR Linien angebunden.

An dieser Stelle der Reise war ich überaus froh darüber, dass wir bloß einen Koffer dabei hatten. Der passte nämlich aufgeklappt gerade so unter unser Bett. Meinen Rucksack konnte ich stehend lagern, sodass wir an unser Gepäck immer bequem herankamen und uns im doch recht engen Zimmer noch wunderbar bewegen konnten.

Nach einem kleinen Spaziergang durch Ikebukuro machten wir uns auf nach Shibuya.

Shibuya Crossing und ein Hund namens Hachikō

Natürlich stand die vielleicht berühmteste Straßenkreuzung der Welt im Bezirk Shibuya auf unserer Sightseeing-Liste für Tokio. Was an einer Kreuzung so spannend sein soll? Etwa im fünf-Minuten-Takt schaltet die gesamte Kreuzung von “Autos” auf “Fußgänger” um. Sobald die Ampel auf grün springt, schieben sich gewaltige Menschenmassen kreuz und quer über die Straße. Ein Spektakel, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

Besonders schön fand ich die ganzen durchsichtigen Regenschirme, die in Japan scheinbar ein absoluter Trend sind.

Der beste Aussichtspunkt ist übrigens ein Starbucks Café. Und ja, man kann sich auch einfach so ans Fenster stellen, ohne ein Getränk zu kaufen.

In der Nähe des Bahnhofs Shibuya versammeln sich Menschen um eine lebensgroße Hundestatue.

Was es damit auf sich hat? Ein Hund namens Hachikō holte sein Herrchen jeden Tag vom Bahnhof ab. Nach dem Tod seines Herrchens kam Hachikō immer noch jeden Tag, und wartete vergeblich auf seinen Besitzer. Das ist übrigens keine erfundene Geschichte. Als der Hund starb, wurde im Fernsehen darüber berichtet und ihm zu Ehren eben jene kleine Statue errichtet.

Da wir von der langen Anreise ziemlich kaputt waren, ließen wir es für den ersten Tag gut sein und sagten Tokio Gute Nacht.

Chiyoda – Bahnhof Tokio

Der nächste Tag weckte uns mit strahlendem Sonnenschein. Das gute Wetter nutzten wir aus, um in den Stadtbezirk Chiyoda zu fahren. Zum einen findet man hier ein modernes Geschäfts- und Bankenviertel (Marunouchi) vor, in denen sich Wolkenkratzer mit Glasfassaden dicht aneinanderreihen. Aber auch der Hauptbahnhof Tokio sowie der Kaiserpalast (Imperial Palace) befinden sich in Chiyoda.

Obwohl der Bahnhof Shinjuku größer ist, als der Hauptbahnhof, fahren die meisten Shinkansen-Linien hier ab.

Ein architektonisches Highlight ist das Tokyo International Forum. Hier werden Messen und andere Veranstaltungen in mehreren Hallen abgehalten. Von außen betrachtet wirkt es wie der Bug eines gigantischen, gläsernen Schiffs. Innen sorgen eben jene Glasfenster sowie Stahlträger für ein interessantes Lichtspiel.

Außerdem befindet sich im Erdgeschoss (bzw. nach japanischer Zählart im ersten Stock) eine Statue von Ōta Dōkan, dem Errichter der Burg Edo und somit dem Stadtgründer Tokios. Interessant ist auch das dort ausgestellte Modell der Burg Edo und diverse Schautafeln mit Informationen zur Stadtgeschichte.

Kaiserpalast – Imperial Palace Tokio

Der Kaiserpalast in Tokio befindet sich auf dem ehemaligen Gelände der Burg Edo.

Dem Kaiserpalast kann man nicht einfach so besichtigen. Es werden täglich zwei kostenfreie Führungen angeboten, für die man sich vorher anmelden kann. Diese waren bereits weit im Voraus ausgebucht. Es gibt aber auch noch (laut meinen Recherchen) 100 Plätze in der Führung für Besucher ohne vorherige Anmeldung. Dafür gab es eine relativ lange Warteschlange, die sicherlich mehr als 100 Leute umfasste. Wir haben uns daher keine großen Chancen ausgerechnet.

Ich denke, wenn man früh genug da ist, dann kommt man auf jeden Fall in die Tour. Die Tickets für die Vormittags-Tour werden um 9 Uhr aufgegeben – man muss einen gültigen Pass mitbringen. Die Tour beginnt dann um 10 Uhr und dauert eine Stunde. Gleiche Prozedur für den Nachmittag, die Tickets werden um 12:30 ausgegeben. Da ich selbst ewig gesucht habe: Hier ist der Link zur offiziellen Website: https://sankan.kunaicho.go.jp/english/guide/koukyo.html

Kaiserpalast – Seimon-ishibashi, Nijūbashi, East Gardens

Sehen kann man dennoch die Steinbrücke Seimon-ishibashi und direkt dahinter, wenn man genau hinsieht, auch die eiserne Brücke Nijūbashi. Na gut, die Brücke selbst sieht man kaum – immerhin ihr schwarzes Eisengeländer blitzt über der vorderen Brücke hervor.

Außerdem laden die östlichen Gärten (East Gardens) des Palasts zum Besuch ein. Der Eintritt ist kostenlos und erfolgt über eines der drei Tore: Ote-mon, Hirakawa-mon oder Kita-hanebashi-mon. Wir sind über das Ote-mon Tor rein und über das Hirakawa-mon Tor wieder raus.

Die Öffnungszeiten der Gärten sind von 9:00 Uhr bis – je nach Jahreszeit – 15:30 Uhr bzw. im Sommer auch bis 18:00 Uhr. Fans von japanischen Gärten kommen hier sicher auf ihre Kosten. Bambus, Kirschblüten, sogar ein Wasserfall warten hier.

Wer nicht so pflanzenaffin ist, kann sich über diverse Gebäude freuen: Von innen besichtigt werden kann ein ehemaliges Defense House (Fujimi-tamon). Von außen kann man auch diverse Guardhouses, in denen früher Palastwachen stationiert waren, anschauen. In den Gärten versteckt sich noch ein früheres Teehaus und kaum zu übersehen ist das Fundament (Tenshudai) der Burg Edo – der einzige Überrest der Burg. Nachdem diese 1657 abbrannte, verzichtete man auf einen teuren Wiederaufbau.

Hier mache ich einen Cut – der nächste Tokio-Artikel steht bereits in den Startlöchern. Unter anderem besichtigen wir dann das wohl quirligste Stadtviertel der Welt, folgen den Spuren des Judo, und erkunden die bekanntesten Schreine und Tempel der Stadt.

Alle weiteren Japan-Posts findet ihr unter dem Tag Japan.

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