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Prag #1: Altstädter Ring, Rathaus, Karlsbrücke sowie Vrtba-Garten und Wallenstein Palais

Prag stand schon lange auf meiner Bucket List. Ich erinnere mich noch an meine Schulzeit, vermutlich in der neunten oder zehnten Klasse, als wir einen Tagesausflug nach Prag machen wollten. Früh morgens, es war noch dunkel, hatten wir uns an unserer Schule getroffen und warteten auf den Bus. Und warteten. Und warteten. Das Ende vom Lied war, der Bus hatte eine Panne und der Ersatzbus hatte es irgendwie verpennt – also endete der Schulausflug am See, statt in Prag.

Vor ein paar Jahren war Phil dann ohne mich in der tschechischen Hauptstadt und brachte viele schöne Fotomotive mit nach Hause.

Dieses Jahr bot sich dann endlich die Gelegenheit. Phil konnte sich wegen seines neuen Jobs keinen Urlaub nehmen, ich hingegen musste meine Urlaubstage aufbrauchen. Also beschlossen eine gute Freundin und ich, für ein paar Tage nach Prag zu fahren.

Anreise nach Prag

Wir hatten einige Möglichkeiten in Betracht gezogen, wie wir wohl nach Prag kommen sollten.
Eine Zugfahrt klang gut, war preislich aber deutlich über dem Fernbus und bot auch keine extrem große Zeiteinsparung.

Eine Anreise mit dem Auto hatte ich von vornherein ausgeschlossen: Während der paar Tage in der Stadt würden wir das Auto nicht brauchen und müssten uns dann überlegen, wo man es wohl für eine knappe Woche parken sollte.
Und Fliegen war umständlich und teuer.
Also blieb der Fernbus übrig, mit 15 Euro pro Strecke ein echtes Schnäppchen und mit einer Fahrtzeit von viereinhalb Stunden noch überschaubar.

Wir würden drei volle Tage in Prag haben sowie einen Anreise- und einen Abreisetag. Für einen Städteurlaub also relativ viel Zeit und unser Programm sollte halbwegs entspannt werden.

Der erste Tag in Prag: Altstädter Ring & Karlsbrücke

Am ersten Tag lockte die warme Spätsommersonne uns früh nach draußen. Zum Aufwärmen hatten wir uns die klassischen Sehenswürdigkeiten in Prag vorgenommen.

Zuerst führte uns unser Weg vom Hotel aus zu Fuß zum Altstädter Ring. In Prag ist für Münchner Verhältnisse alles sehr günstig. Unser Hotel war von der Qualität her im guten Durchschnitt und für die Lage fand ich das Preis-/Leistungsverhältnis wirklich gut. Daher würde ich auf jeden Fall dazu raten, ein zentral gelegenes Hotel zu wählen.

Der Altstädter Ring ist ein Sinnbild für die schöne, alte Architektur Prags. Früher war dieser Ort ein wichtiger Marktplatz. Heute tummeln sich in etwa alle Touristen gleichzeitig auf dem Platz vor dem Rathaus, um die astronomische Uhr zu bestaunen.

Als wir dort waren, gab es außer der Uhr nicht viel zu sehen, der Rest des Gebäudes war mit einer Bauplane verhängt. Wir erlitten das gleiche Schicksal, wie die Touristen in München, die versuchen ein vollständiges Foto ohne jegliches Gerüst von der Frauenkirche zu knipsen.

Ansonsten finden sich rund um den zentralen Platz der Kinský-Palais, ein Rokoko-Gebäude, das heute die Nationalgalerie beherbergt. Direkt nebenan entdeckt man das Haus zur Steinernen Glocke.

Außerdem befinden sich zwei Kirchen (Die St. Nikolaus-Kirche sowie die Teynkirche) und viele Häuser aus der Renaissance, dem Barock oder dem Rokoko. Die Fassaden sind alle gut erhalten und scheinen gut gepflegt zu werden.

Unser nächster Weg führte uns zur Karlsbrücke. In einer Gasse in direkter Nähe zur Brücke erhaschten wir durch einen Seiteneingang einen Blick in den Innenraum einer offenbar gotischen Kirche. Als Bewunderer der gotischen Architektur gingen wir also schnurstracks hinein, und fanden uns in der Salvatorkirche wieder. Der Bau der Kirche wurde in der Mitte des 16. Jahrhunderts begonnen, daher weist sie größtenteils gotische Elemente auf, später auch welche aus der Renaissance. Der Bau dauerte etwa 75 Jahre.

Das Gebäude verließen wir durch den Haupteingang, der direkt zum Ufer der Moldau führt. Von dort erkennt man bereits die vielen Menschenmassen, die sich über die Karlsbrücke schieben. In der Ferne am gegenüberliegenden Ufer ragt Veitsdom über den Häusern der Stadt empor.

Die Karlsbrücke selbst ist eine der ältesten Steinbrücken Europas. Bereits 1357 wurde sie erbaut.
Markant sind vor allem die Brückentürme. Auf der Seite, von der wir kamen, durchquert man zunächst den Altstädter Brückenturm (logischerweise auf der westlichen Seite der Moldau, Richtung Altstadt). Nach dem Überqueren der Brücke passiert man die beiden Kleinseitner Brückentürme (den Stadtteil auf der anderen Uferseite zu Füßen der Prager Burg nennt man auch „Kleinseite“).

Eher zufällig passierten wir die John Lennon Mauer, eine teils nett bemalte, teils etwas zugeschmierte Wand. Hier und da finden sich ein paar Liedtexte, das Grundthema sind Frieden und Liebe. Die Wand wird jedoch ständig neu übermalt, inzwischen ist das Bemalen wohl offiziell erlaubt.

Gärten und Palais in Prag: Palais Waldstein & Palais Vrtba

Unser nächstes Ziel war eigentlich der Vrtba-Garten, Barockgärten beim gleichnamigen Palais. Dort fand allerdings gerade eine Hochzeit statt, weshalb wir unseren Besuch auf den späten Nachmittag verschoben.

Eher planlos erkundeten wir die Umgebung und stießen dabei auf den Wallensteinpalais (auch: Palais Waldstein), welcher nicht nur der größte Palais in Prag ist, sondern auch noch den Sitz des Senats beherbergt.

Rund um den Palais ist ein großzügiger Garten angelegt. Ich fühlte mich an den Hofgarten in München erinnert. Nur dass hier in Prag einige Pfauen zu leben scheinen, die gemütlich durch die Blumenbeete staksen. Einen davon habe ich sogar ganz gut mit der Kamera eingefangen.

Anschließend wagten wir einen neuen Versuch für die Vrtba-Gärten. Der Eingang ist übrigens ein wenig versteckt, wir sind beim ersten Mal tatsächlich dran vorbei gelaufen. Direkt hinter dem Garten beginnen die Straßen bereits, in Richtung Prager Burg anzusteigen, sodass sich der Vrtba-Palais am Fuße der Burg befindet.

Diesmal hatten wir mehr Glück, die Hochzeitszeremonie war bereits zu Ende. Nach dem kleinen Foyer mit der Kasse und ein paar Broschüren und Postkarten tritt man durch eine alte Holztür und gelangt in einen reicht verzierten Pavillon. Vor einem liegt dann die unterste Ebene des Gartens, der in mehreren Etagen angelegt ist.

Erst 1998 wurde die ganze Anlage aufwändig renoviert und kann in den Sommermonaten besichtigt werden. Mir hatte es die schöne Gestaltung des Gartens total angetan. Zudem hat man, wenn man sich die steilen Wendeltreppen hinaufwagt, das Dach des Aussichtspavillons quasi für sich allein. Von dort kann man weite Teile der Stadt und natürlich auch die Prager Burg erblicken.

Das schöne Wetter animierte uns dazu, am ersten Tag die Stadt noch weiter zu erkunden. Dazu aber mehr im nächsten Post!

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