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Fashion Week Berlin Favorites: Spring/Summer 2018

Das Kaufhaus Jandorf war bereits im Januar Schauplatz vieler Fashion Week Events in Berlin. Auch im Juli 2017 fanden die meisten Modenschauen dort statt. Die Zahl der Offsite-Shows scheint aber zu wachsen: Neben dem glamourösen Kronprinzenpalais (der sich mittlerweile zur zweiten Haupt-Location gemausert hat) zeigten viele Designer ihre neuen Kollektionen abseits des großen Getummels.

Eine weitere Entwicklung, die sich in Berlin abzeichnet: Geht man doch zurück zur Präsentation im kleinen Kreis? Beim Berliner Mode Salon zeigen ausgewählte Designer ihre Schauen einem kleinen Publikum. Andere Designer verzichteten komplett auf eine Schau – zum Beispiel Perret Schaad, was ich persönlich sehr schade fand.

Weg von der einen großen Location – das finde ich persönlich eine sehr schöne Entwicklung. Es entzerrt das ganze Event, man macht sich vorher mehr Gedanken, welche Schauen man wirklich sehen möchte (denn alle schafft man dann sowieso nicht). In Paris finden die Schauen auch überall in der Stadt verteilt statt, so lernt man großartige Schauplätze und Bauwerke kennen, die man sonst nicht zu Gesicht bekommen hätte. Ich fände es begrüßenswert, wenn Berlin diesem Beispiel folgt – am Kronprinzenpalais oder der alten Heeresbäckerei sieht man, dass es wohl ziemlich gut funktioniert.

Auch in dieser Saison habe ich nur eine Hand voll Favoriten herausgepickt. Die da wären:

Marina Hoermanseder

Die Designerin hat es mittlerweile geschafft, sich auf dem Berliner Modepflaster zu etablieren. Durch ihre Markenzeichen – Schnallen und Kleidungsstücke mit Orthopädie-Assoziationen – hat sie das erreicht. Mittlerweile bewegt sich Marina Hoermanseder von ihren kaum tragbaren, künstlerischen Kleidungsstücken mehr hin zu kommerzielleren Designs. Dabei folgt sie einigen aktuellen Trends, greift beispielsweise Elemente aus den 90ern auf, die gerade ein Comeback erleben, oder spielt mit großen Logo-Prints.

Dennoch gesellen sich einige verspielte Details hinzu, die der Kollektion den nötigen Glamour verleihen. Ansonsten könnte die Kollektion Gefahr laufen, in eine trashige Richtung abzudriften.

Hien Le

Überaus sportlich kommt die Kollektion für das Frühjahr 2018 von Hien Le daher. Helle Beige-Töne, Weiß und ein sattes Safrangelb kombiniert der Designer gekonnt – das Ergebnis: Luftig-lockere Outfits, die eine frühlingshafte Leichtigkeit versprühen. Das unterstützen die fließenden Stoffe, teils seidig-glänzend, teils leichte Sommerstoffe, die aussehen, als würde man sie überaus gern auf der Haut tragen.

Die Looks sind klassisch und wirken, als könnte man sich mühelos ein paar Teile der Kollektion überwerfen und dabei immer chic aussehen.

Vladimir Karaleev

Die Stücke in Karaleevs Kollektion fü den nächsten Sommer wirken destrukturiert, wie aus mehreren Stücken zusammengebaut. Dabei entstehen einige interessante Kleidungsstücke, die beispielsweise wie eine Kombination aus einem Kleid und einem Hemd wirken. Es ist aber weder das eine, noch das andere – sondern irgendwie eine Mischung aus beiden Teilen.

Manche Oberteile hingegen scheinen auf den ersten Blick falsch herum angezogen zu sein – als hätte man den Kopf durch den Ärmel anstatt durch den Halsausschnitt gesteckt. Dann möchte man genauer hinsehen und versuchen, die Logik hinter diesem Kleidungsstück zu erkennen. So einfach lässt sich der Designer aber nicht in die Karten schauen. Zum Teil fühle ich mich wie beim Entschlüsseln eines dieser unmöglichen Figuren, wie der Penrose-Treppe.

„Reality bites“ nennt der Designer seine Kollektion. Interessant: Auch Vladimir Karaleev setzt auf eine sehr zarte Farbpalette, die größtenteils aus Weiß-, Beige- und Gelbtönen besteht. Dazu mischt er ein entsättigtes Petrol.

Lena Hoschek

Lena Hoschek ist bekannt dafür, ihr Publikum in ein anderes Land zu entführen. Mit ihr waren wir nun schon in Mexiko, Südfrankreich oder in Afrika. Diesmal nimmt sie uns mit nach Ungarn und präsentiert eine Kollektion voller Folklore, Trachten und Bohéme. „Kiss me, Piroschka“ heißt diese Kollektion und der Name trifft voll ins Schwarze.

Stickereien, üppige Verzierungen, Blumenkränze und anderer aufwändiger Haar- und Ohrschmuck sind dabei nur die Kirsche auf der Torte. Feine Blusen aus Lochspitze, Röcke mit Blütenmustern, Schnürungen und Borten sieht man auf den Laufsteg neben floralen Stickereien und Mustern, die an traditionelle Gewänder erinnern.

Neben den üblichen Schnitten – figurbetont oder Kleider mit engen Oberteilen und weit ausgestellten Röcken – zeigt uns die Designerin im nächsten Frühjahr auch weite Bohéme-Blusen, die danach schreien, auf einem Roadtrip mit einem alten VW-Bus getragen zu werden. Ein paar Hippie-Einflüsse sind hier nämlich definitiv vorhanden. Hinzu kommen klirrende und klimpernde Metall-Verzierungen, die beispielsweise als Gürtel fungieren.

Nachdem ich von der letzten Lena-Hoschek Kollektion (für den jetzt kommenden Herbst) ein wenig enttäuscht war, zeigt sich hier wieder der gewohnte Stil, der durch ein paar lässigere Elemente leicht aufgebrochen wird.

Edda Gimnes

Als letztes möchte ich noch die Kollektion von Edda Gimnes erwähnen, die zuletzt den Designer for Tomorrow Award gewonnen hatte. Überdimensionale Hüte und Kleidungsstücke mit skizzenhaft aufgemalten Taschen, Knöpfen oder Gürteln stellen ihre Markenzeichen dar.

Nachdem die Gewinner-Kollektion monochrom in schwarz/weiß ausfiel, stellte sie diesmal farbenfrohere Designs vor. Vor allem pastelligere Varianten der Primärfarben nutzt sie für ihre Farbpalette.

All photos by Rafael Poschmann / posh Photographie

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