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Sommer-Roadtrip #3: Calanque, Provence und Lavendel Felder

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Nach einer schönen Zeit in Marseille war es für uns erstmal an der Zeit, dem Meer Lebewohl zu sagen: Aber nur kurz, denn nach einem Tag in der Provence wollten wir den Weg nach Barcelona antreten.

Aber der Reihe nach.

Geplant war es, eine Nacht in der Nähe von Avignon zu verbringen. Avignon auch noch auf unserer Reise zu besuchen, haben wir dann schweren Herzens gestrichen – das wäre zu stressig geworden.

Calanque de Sormiou – Parc National des Calanques

Auf dem Weg dorthin wollten wir noch eine der Calanques besuchen. Strandabschnitte umgeben von steilen Felswänden. Die Calanque d’en Vau ist sicherlich die bekannteste. Die Calanque de Sormiou wurde mir empfohlen und sie war einfacher zu erreichen. Man kann hier nämlich mit dem Auto bis zum Strand hinunterfahren und muss keine mehrstündige Wanderung auf sich nehmen. Der Plan war es, sich die Sormiou anzusehen und dann gegebenenfalls doch noch die d’en Vau hinunterzuwandern.

Daraus wurde aber nichts, denn – wie wir schnell herausfanden – ist der Besuch der Calanques gar nicht so einfach. Vor allem nicht im Sommer. Bei stärkerem Wind erhöht sich wohl die Waldbrandgefahr. Zu unserem Pech war just in diesem Moment ein „jour noire“, wie wir am Eingang erfuhren. Der gesamte Nationalpark darf an solchen Tagen wegen der Waldbrandgefahr nicht betreten werden.

Natürlich hatten wir erstmal keinen Plan B, schließlich war unser Hotel in Barcelona bereits gebucht. Uns blieb also nichts anderes übrig, als die Calanques erstmal aufzuschieben.

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Nun gut, half ja alles nichts: Dann blieb mehr Zeit für Lavendel und Co. übrig. Zeit, die wir noch brauchen würden…

Lavendelfelder standen bei mir nicht erst hoch im Kurs, seit auf diversen Blogs hübsche Bilder davon herumschwirren (zum Beispiel auf Gary Pepper Girl). Schon als Kind war ich von den lila Pflanzen fasziniert und ich liebe den Duft. Grund genug also, diesen Traum wahr werden zu lassen, wo wir doch praktisch von den Toren der Provence standen.

Dementsprechend hoch waren also meine Erwartungen, sodass ich mich auf keinen Fall unvorbereitet – und am Ende dann enttäuscht – auf die Reise begeben wollte.

Auf zu den Lavendelfeldern in der Provence rund um Gordes

Doch konkrete Informationen darüber, wo denn nun genau diese Felder zu finden sind, sind rar gesät. Ich durchforstete unzählige Blogs und Foren, kam aber nur auf grobe Hinweise. Die Abbaye de Senanque war ein Richtwert, ja. Allerdings soll dieses Feld wohl auch der Touristenmagnet schlechthin sein – und wir wollten dieses Erlebnis ungern mit fünfhundert anderen teilen.

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Ich hatte im Vorfeld ein paar Straßen, an denen man eventuell Lavendelfelder finden könnte, notiert. Die tatsächliche Existenz überließ ich dem Glück.

Mitten zwischen kleinen Dörfchen bemerkten wir plötzlich Hinweise auf eine vorübergehende Straßensperrung. Heute. Der Grund? Natürlich fand gerade die Tour de France statt. Und natürlich hatten wir uns unwissend exakt den Tag ausgesucht, an dem diese durch Coustellet, Les Imberts, Gordes und sogar an der Abbaye de Senanque vorbei führen sollte. Genau hier hatte ich die vielversprechenden Routen für Lavendelfelder aufgetan.

Ich würde sagen, wir waren an diesem Tag ein wenig vom Pech verfolgt. Es war einfach schier unmöglich, voranzukommen. Wir hatten versucht, großflächig zu umfahren, aber keine Chance: Die Abbaye war schlicht nicht zu erreichen.

Der langen Rede kurzer Sinn: Wir kurvten zunehmend genervt durch engste Gassen (von immerhin sehr hübschen französischen Dörfern), nur um immer wieder an einer weiteren Straßensperrung herauszukommen. Die ganze Geschichte gestaltete sich als recht frustrierend, vor allem weil wir nicht genau wussten, wo die Strecke langführte.

Unsere zweite Route, die wir als nicht so vielversprechend abgestempelt hatten, war dann unser einziger „Ausweg“ – und siehe da, sie war wunderschön. Die Provence, wie man sie sich vorstellt!

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Die beste Jahreszeit für Lavendel – und wo finde ich überhaupt Lavendelfelder?

Ihr werdet es mit Sicherheit einfacher haben, aber so ganz leicht ist das mit dem Lavendel ja doch nicht.

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Hier also mein ultimativer Lavendel-guide:

  • Avignon eignet sich hervorragend als Ausgangsbasis. Wir kamen von Marseille, was auch sehr gut machbar ist. Ich empfehle auf jeden Fall einen (Miet-)wagen.
  • Die beste Jahreszeit für Lavendelfelder ist Mitte Juli. Auch Ende Juni kann man schon Glück haben, wie ich mir habe sagen lassen. Ende August wird wohl bereits größtenteils abgeerntet. Um sicher zu gehen, würde ich mich also definitiv auf den Juli festlegen.
  • Die Abbaye de Senanque sollte man – trotz der anderen Touristen – definitiv nicht auslassen. Das Licht am Abend war zauberhaft – wie aus dem Bilderbuch.
  • Allerdings gibt es auch weitere schöne Orte in dieser Gegend. Ich habe mir sagen lassen, es gibt hier die hübschesten Dörfer ganz Frankreichs. Gerade Gordes kann ich absolut empfehlen.
  • Ich habe zwei Routen zusammengestellt, auf denen man meiner Meinung nach zu 99% ein Lavendelfeld finden sollte. Außerdem fährt man an den hübschen kleinen Orten vorbei, die den ein oder anderen Stopp Wert sind. Hier kann man sich so viel Zeit lassen wie man möchte: Ein paar Stunden, ein Tag, oder man plant gar die ein oder andere Übernachtung in der Gegend ein.
  • Besonders schön sind die Felder, wenn nebendran noch Weizen angepflanzt wird. Im Abendlicht leuchtet es dann schon aus der Ferne golden und lila.
  • Man sollte auch definitiv mal in ein solches Feld hineinlaufen und zusammen mit den zahlreichen Bienen den Duft genießen. Bienen scheinen Lavendel regelrecht zu lieben. Ich denke, wenn man nichts kaputt macht oder gar pflückt, hat niemand etwas dagegen.

Abbaye de Senanque

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Wir hatten beide der obigen Routen durchfahren. Mit dem Auto sollte man mindestens einen halben Tag einrechnen. Nach unserer Calanques- und Tour-de-France-Odyssee sind wir ca. vier Stunden herumgekurvt. Außerdem haben wir dabei noch in etwa dreihundert Fotos gemacht.

Zuerst haben wir bei zwei Lavendelfeldern gehalten, die uns besonders gut gefallen hatten. Anschließend kamen wir zu den letzten Sonnenstrahlen bei der Abbaye de Senanque an.

Hier muss man sich tatsächlich auf sehr viele Touristen einstellen. Ich vermute aber, dass das Feld direkt vor der Abbaye nicht betreten werden darf, denn hier war niemand zu sehen.

Stattdessen tummeln sich alle hinter einer Mauer, von der aus man den perfekten Blick auf das Gebäude und das davor liegende Feld hat.

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Anschließend traten wir wieder den Rückweg an: Die Straßensperrungen waren mittlerweile alle aufgehoben. Der Weg führte uns nun nicht an Gordes vorbei, sondern durch den Ort hindurch – und hätte definitiv zum Verweilen eingeladen. Ich kann mir sogar durchaus eine ganze Woche Urlaub oder länger in der Provence vorstellen.

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Die Provence hat übrigens noch viel, viel mehr zu bieten als nur Lavendel. Zum Beispiel Sonnenblumen! Im Nachhinein hätte ich gerne mehr Zeit hier gehabt, aber wir kommen definitiv wieder.

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Wie uns der Weg am nächsten Morgen weiter nach Barcelona führte, lest ihr bald im nächsten Teil meines Sommer-Roadtrip-Reports.

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5 comments on “Sommer-Roadtrip #3: Calanque, Provence und Lavendel Felder

  1. Sonja says:

    Die Lavendelfelder sehen traumhaft aus. Da muss ich unbedingt mal hin.

  2. Magda says:

    Oh, wie schön! Wir waren auch Ende Juli/Anfang August in Südfrankreich und mit den Calanques ging es und genauso wie euch! Alarmstufe schwarz, da war nichts machbar. Lavendel haben wir leider keinen gesehen, obwohl ich mich so gefreut hatte. Mir wurde dann erklärt, dass wir nur noch östlich von Avignon Glück haben könnte, da weiter westlich wohl schon alles geerntet war. 🙁
    Aber ich werde mir deinen Post auf jeden Fall speichern und bei unserem nächsten Urlaub darauf zurückkommen, denn ich will unbedingt wieder zurück kommen. <3

  3. Laura says:

    Wow, was für tolle Fotos, diese Lavendel- und Sonnenblumenfelder sind ja wirklich eine Pracht! 🙂 Da bekommt man sofort Lust auf Urlaub! Genieß die restlichen schönen warmen Sommertage.
    Übrigens: Unser Blog hat ein neues Design bekommen – schau gerne mal vorbei, wir freuen uns über Feedback! 🙂
    LG, Laura von HoseOnline.de

  4. Jean says:

    Hallo Cornelia,
    deine Tipps sind super, ich möchte die Felder auch einmal so schön sehen! Und deine Bilder absolut brilliant!
    Liebe Grüße, Jean

  5. Anna says:

    Das sieht wirklich wunderschön aus. Von Frankreich würde ich gerne noch so viel mehr sehen als Paris – und die Lavendelfelder stehen auch schon lange auf meiner Bucketlist. Toller Beitrag! 🙂

    Herzlich,
    Anna