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100% Acryl – 100% Zum Kotzen?

Nachtrag 25.09.2015:
Da der Post mittlerweile zu den meistgeklickten gehört (was mich freut, denn ich saß hier wirklich lange dran) möchte ich noch ein paar Dinge anmerken. Über die rege Diskussion freue ich mich übrigens ebenfalls!

Erstens. An alle, die nun schreiben: „Wie kannst du nur Kunstfasern toll finden?“. Habt ihr den Post wirklich gelesen? Ich finde Kunstfasern nicht gut (Zitat: „Im Prinzip bin ich auch der Meinung, dass Naturfasern besser sind als Kunstfasern“). Ich habe zum Beispiel geschrieben, dass ich z.B. Baumwolle auch nicht unbedingt grandios finde. Daran ändert prinzipiell auch Bio-Baumwolle nichts. Denn die benötigt genauso Unmengen an Wasser für die Produktion. Man kann sich nun darüber streiten, ob es schlimmer für die Umwelt ist, Wasser en masse zu verbrauchen oder nicht abbaubare Kunstfaser-Pullover herzustellen – aber müssen wir das? Ist doch beides nicht das Gelbe vom Ei…

Zweitens. Dies ist ein persönlicher Blog. Keine wissenschaftliche Zeitschrift und keine Fachzeitschrift für Fasern (trotzdem habe ich recherchiert und Quellen genannt!). Im Prinzip habe ich mich schlau gemacht, worin die Unterschiede zwischen verschiedenen Kunstfasern bestehen und meine Erkenntnisse aufgeschrieben. Mehr nicht.

Drittens. Natürlich finde ich Bio-Fasern grundsätzlich besser, aber ich finde es ein wenig vermessen, gleich alles heilig zu sprechen, nur weil Bio drauf steht. Da muss man sich in meinen Augen genauso informieren, um beurteilen zu können, ob das nun wirklich gut und toll und schön ist.

Viertens. Der Post ist 2 Jahre alt und wird auch nicht ergänzt o.ä. Vielleicht gibt’s irgendwann einen Teil 2. Aber auch wenn ich mittlerweile vielleicht noch etwas fitter bin auf diesem Gebiet (siehe „Thema Nachhaltigkeit“) werde ich nicht den ganzen Post umschreiben – das ist mMn nicht der Sinn eines Blogs. Ich habe ihn für euch aber vom Format her etwas übersichtlicher gestaltet. Cheers 😉

kunstfasern vs naturfasern 1

Als ich neulich meinen Schrank von Sommer auf Winter umräumte, packte mich das kalte Entsetzen: Keine vernünftigen Herbstpullover. Acryl, Polyester und ähnliches grinsten mich fröhlich an. Ich fragte mich ernsthaft, ob ich in den letzten fünf Jahren keinen Wert auf „gute Fasern“ gelegt habe! Aber wieso werden mir Polyester und Co. eigentlich überall madig gemacht? Was ist denn so viel besser an Baumwolle oder Wolle? Was macht die Kunstfaser so schlecht gegenüber der Naturfaser?

Ich persönlich hielt vor meiner Recherche Baumwolle für eines der wenigen vertretbaren Materialien. Schaut man sich aber in den gängigen Onlineshops um, scheint es wirklich eine Unmöglichkeit zu sein, einen Pullover zu finden, der nicht große Anteile an Polyester, Acryl oder sonstwas enthält. Schon bei den angepriesenen Produktbeschreibungen musste man eher die Wikipedia bereithalten, um überhaupt zu entziffern, woraus den Pullover xy nun hergestellt ist. 100% Baumwolle war höchst selten dabei, zumindest in der Preisklasse in der ich gesucht habe – unter 100€.

Aber was ist eigentlich drin, in den nicht-Baumwoll-Pullovern? Und ist Baumwolle wirklich so toll? Diesen Fragen bin ich auf den Grund gegangen und bin ein wenig erschüttert. Und verwirrt bin ich nun auch, denn nach stundenlanger Recherche bin ich zwar schlauer als zuvor, weiß aber dennoch nicht, welches Material mein neuer Pullover also bestenfalls enthalten sollte… Welche Fasern sind denn nun eigentlich in unseren Klamotten drin? Ein Blick aufs Etikett liefert schier unüberblickbar viele unterschiedliche Materialien. Dabei unterscheidet man in erster Linie zwischen Natur- und Kunstfasern. Bei den Naturfasern wiederum stammen manche vom Tier, manche sind pflanzlichen Ursprungs. So weit, so klar. Aber schon stehe ich vor dem ersten moralischen Problem: Wie werden die Tiere, deren Haar man verwendet damit wir im Winter nicht mit den Zähnen klappern, überhaupt behandelt?

Naturfasern

Angora: Angora-Kaninchen haben bekanntermaßen ja kein schönes Leben, die Schur ist für sie eine Qual und ich schäme mich ja gerade zu für die zwei Pullis in meinem Besitz mit einem klitzekleinen Angora-Anteil. Zum Glück finde ich Angora-Wolle ohnehin unheimlich kratzig. Ja, genau, die Pullis die ach so flauschig sein sollen, fühlen sich auf meiner Haut an wie Stahlwolle. Ein neuer Pulli mit Angorawolle würde also weder aus Tragbarkeits- noch aus Moralgründen in Frage kommen.

Wolle und Schurwolle: Nun ist aber fraglich, ob Schafe und Ziegen denn generell besser behandelt werden als Hasen? Geht es einem stinknormalen Woll-Schaf gut? Die Frage lässt sich wohl nicht pauschal beantworten und wird von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich sein. Dennoch muss ersteinmal zwischen Wolle und Schurwolle unterschieden werden. Erstere kommt von Tieren, die geschlachtet wurden oder gestorben sind, zweitere wird vom lebendigen Schaf geschoren. Zumindest liefert ein Standard-Schaf um die 4kg Wolle pro Schur, und die erfolgt meist nur einmal pro Jahr. Sprich, aus der Wolle eines Schafs lassen sich ca. 4 Pullover herstellen. Laut Peta leiden die Schafe dennoch unter der Schur, da diese oft wegen der Masse an Tieren schnell erfolgt und dadurch nicht besonders sorgsam mit den Schafen umgegangen wird.

Kaschmir, Mohair & Co: Nicht viel besser scheint es mit Kaschmir, Mohair, und anderen von Tieren stammenden Fasern zu sein. Von der Haargewinnung abgesehen, ist Kaschmir noch aus einem anderen Grund bedenklich. Im Gegensatz zu Schafen liefert eine Kaschmirziege nur etwa 150g Wolle (pro Jahr!), was wirtschaftlich gesehen für den Züchter eben nur dann lohnenswert ist, wenn sehr viele Ziegen gehalten werden. Diese fressen Gräser allerdings inklusive Wurzeln, was bedeutet, dass die Haltung von größeren Ziegenherden zur Desertation führen – vielerorts wurde bereits ein Weideverbot verhängt.
Eine andere Tierfaser, die ich bis dato noch gar nicht kannte, habe ich während meiner Recherche entdeckt: Shahtoosh (im Deutschen auch Königswolle). Sie stammt von der Tibetantilope und es ist gar kein Wunder, dass mir der Name noch nicht in einem meiner Kleidungsstücke begegnet ist – dieses Material darf nämlich gar nicht mehr verwendet werden (auch der Verkauf und Erwerb sind illegal), da die Tiere dafür getötet werden müssen. Die Antilope zählt zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten.

Seide: Gut, ich habe noch keinen Winterpulli aus Seide gesehen, aber der Vollständigkeit halber wollte ich das Schicksal der Seidenraupe doch noch kurz anreißen. Diese wird vor dem Schlüpfen mit Wasserdampf oder heißem Wasser getötet, denn durch den Schlüpfvorgang würde der Kokon zerstört und für die Seidenproduktion demnach unbrauchbar. Ob man jetzt zu Raupen die gleiche emotionale Bindung wie zu Schafen und Häschen aufbauen mag, sei jedem selbst überlassen – aber Tier bleibt doch eigentlich Tier.

Gut, gut – kein Problem, dachte ich. Dann soll’s eben keine Tierfaser sein. Ich sagte ja bereits, dass es auch Naturfasern pflanzlichen Ursprungs gibt – also schauen wir doch mal, was es da so im Angebot gibt. Denn Pflanzen kann man ja zumindest schon mal nicht durch Schur und Co. quälen!

Baumwolle: Aber nein, auch hier finden sich negative Aspekte, die mich am Kauf eines Baumwollpullovers zweifeln lassen. Die Baumwollpflanzen werden als Monokultur angebaut. Schädlinge, denen genau diese Pflanze besonders gut schmeckt, müssen bei einer Monokultur nicht darum bangen, dass im nächsten Jahr etwas anderes angebaut wird – nein, sie haben immer genug zu futtern. Daher können sie sich ideal vermehren, was dazu führt, dass große Mengen an Pestiziden verwendet werden müssen. Offenbar wird für Baumwolle auch sehr viel Wasser benötigt (was zum Beispiel zur Verlandung des Aralsees beitrug).

kunstfasern vs naturfasern 2

Hm, Mist. Was bleibt denn da noch übrig?! Eine andere, sehr bekannte Faser, Leinen, scheint – zumindest nach dem, was ich herausgefunden habe – ein aus ökologischer Sicht sehr gutes Material zu sein: Es sind nicht so viele Chemikalien notwendig. Nachteil: Es scheint nicht sonderlich wirtschaftlich zu sein, Flachspflanzen anzubauen. Ob man das Material generell auch für Pullover verwenden könnte, kann ich mir zwar nicht vorstellen, aber wer weiß? Leinen ist zwar ein sehr festes Material, aber vielleicht sind ja Leinenanteile vorstellbar? Stoffprofis bitte melden.

Auf andere Naturfasern bin ich beim Auseinanderklamüsern meines Kleiderschranks und des gigantisch großen Onlineangebots nicht gestoßen. Aber ich denke, die am meisten vertretenen habe ich auch abgebacken. Kommen wir also zu Kunstfasern. Offenbar das No-Go, wenn man sich einen neuen Pulli kaufen mag. Auch die Muttis und Omis dieser Welt raten ihren Sprösslingen sicherlich: „Kauf‘ dir einen vernünftigen Pulli, nicht dieses Plastik-Zeug!“ Okay. Kunstfasern sind böse. Zumindest wenn man dem Volksmund glaubt. Aber wieso eigentlich? Welche gibt es überhaupt? Und was sind die Argumente dagegen?

Fangen wir doch mal bei letzteren an. Ich habe mich in einigen Foren umgesehen, und die am weitesten verbreiteten Gegenargumente/Klischees/Meinungen sind:

  • „Man schwitzt in Polyester.“ – Gut, das kann ich in gewisser Weise nachvollziehen.
  • „Das ist keine Naturfaser. Ich würde meinem Kind so etwas nicht anziehen.“ – Nur, weil es keine Naturfaser ist? Auch nicht, wenn man sich über die Produktion von Naturfasern genauer informiert? Hm.
  • „Die sind schnell entzündlich.“ – Das scheint zu stimmen – zumindest für Viskose, denn auf allen Etiketten mit dem Wörtchen Viskose drauf finden sich zugleich auch immer Warnhinweise über die leichte Entflammbarkeit, die da mit Sicherheit nicht umsonst stehen. Dennoch glaube ich, wenn ich einen Baumwollpulli mit einer Kerze in Verbindung bringe, fängt der auch irgendwann an zu brennen.
  • „Man bekommt schnell einen Stromschlag.“ – Das ist offenbar vor allem bei Acryl der Fall, aber ich habe den Test gemacht: Ich hatte einen Tag lang einen Pulli mit Acrylanteil an und hatte keinen einzigen Stromschlag…

Nun gut, die Argumente sind nicht aus der Luft gegriffen, wären für mich aber per se kein Gegenargument für einen Kunstfaser-Pulli. Auch bei Kunstfasern wird zwischen zwei Arten unterschieden: Kunstfasern, die auf natürlicher Basis (Cellulose, ein pflanzlicher Bestandteil) hergestellt werden (genauer: aus natürlichen Polymeren), wie zum Beispiel Viskose oder Modal, sowie Fasern aus synthetischen Polymeren, die also keine natürlichen Fasern beinhalten, sondern komplett chemisch hergestellt werden. Schauen wir uns doch mal genauer an, was in den Kunstfasern steckt – und finden vielleicht „bessere“ Argumente gegen Kunstfasern?

Kunstfasern

Polyester: Meist wird in Kleidung PET verwendet – ihr wisst schon, das gleiche Material wie Plastikflaschen. Es wird hergestellt aus Terephthalsäure und Ethylenglycol. Polyester ist knitterfrei, reißfest, witterungsbeständig und nimmt nur wenig Wasser auf – daher ist es vor allem für Sportklamotten gut geeignet. Das erklärt auch, wieso man darin so schwitzt – nein, man schwitzt gar nicht mehr, sondern die Fasern können die Flüssigkeit nur einfach nicht aufnehmen!

Acryl: In unseren Pullis steckt meist Polyacrylnitril, welches ebenfalls chemisch hergestellt wird. Die Faser ist wollartig, warm, fühlt sich weich an und knittert nicht leicht. Wenn man lange Freude an seinem Acrylpulli haben möchte, sollte man die Pflegehinweise beachten – das Material ist hitzeempfindlich. Bei maximal 40° waschen und nicht zu heiß bügeln. In den Trockner sollte es am besten gar nicht. Keine Sorge, in die Luft fliegen würde der Pulli schon nicht. Aber es könnte passieren, dass er nach der zu heißen Behandlung einfach nicht mehr schön aussieht.

Viskose: Viskose wird aus Cellulose hergestellt, gehört also nicht zu den synthetischen Fasern. Cellulose wird aus Pflanzenfasern gewonnen, unter anderem aus Holz oder Baumwollfasern (wo wir wieder bei der Baumwolle wären…). Diese wird dann mit Chemikalien behandelt, um Viskose herzustellen.

Modal: Finde ich neuerdings immer öfter in Produktbeschreibungen. Modal wird, wie Viskose, aus Cellulose hergestellt. Bei Modal wird dieses jedoch ausschließlich aus Buchenholz gewonnen.

Fazit: Kunst- oder Naturfaser? Oder ist das nicht so einfach?

So. Nachdem ich mich informiert habe, um herauszufinden in welche Materialien ich künftig investieren soll, kann ich eigentlich nur aus Faust zitieren: „Da steh ich nun, ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor.“ Was zur Hölle ist jetzt besser? Sind Kunstfasern wirklich schlecht, nur weil sie nicht von Tieren und Pflanzen stammen? Oder sind Naturfasern eben genau deswegen schlecht, und ich sollte mich doch lieber für Kunstfasern entscheiden? Fragen über Fragen. UND DAS SIND NUR DIE FASERN! Dazu kommen ja noch die anderen bedenklichen Aspekte: Das Wohlergehen der Arbeiter/Innen, die teils fraglichen Produktionsbedingungen, die verwendete Chemikalien für Düngen, Schädlingsbekämpfung, Färben der Kleidung, Umweltaspekte, …

Im Prinzip bin ich auch der Meinung, dass Naturfasern besser sind als Kunstfasern – aber nicht, wenn diese so gewonnen oder hergestellt werden. Ich dachte bisher ja immer, Baumwolle wäre so toll, aber auch dieses schöne naive Märchen hat nun ein Ende gefunden. Prinzipiell kann ich nur sagen, dass Baumwolle die einzige Naturfaser ist, die man problemlos auch im günstigen Preisbereich zu 100% in Pullovern vertreten findet. Sie ist doch (von der ethischen Seite her gedacht) irgendwo immer noch besser als die tierischen Fasern. Andererseits tragen Kunstfasern die gängigen Umweltrisiken mit sich. Also: Was kann man nun tragen, ohne nachts schweißgebadet (womöglich im Polyester-Schlafanzug) und von schlechtem Gewissen geplant aufzuwachen? Wie lautet nach diesem Artikel nun eure Antwort auf die Frage: Kunst- oder Naturfaser? Und vor allem: Welche?

Kleiner Nachtrag: In einer Diskussion auf Facebook wurde ich noch gebeten, meine Quellen anzugeben, damit man sich noch weiter informieren könnte. Ich habe einige Infos direkt von einer Chemie-Doktorandin erhalten, die mir auch ein paar Paper aus dem Journal of Chemical Education zur Verfügung gestellt hat. Die kann ich natürlich nicht hochladen und sie sind auch online nicht (kostenlos) verfügbar. Aber sie meinte, die Infos in der Wikipedia wären in dem Bereich gut, und ich denke, das genügt euch auch. Ist ja hier keine wissenschaftliche Arbeit! 😉

Hier also ein paar Lektüre-Anregungen zum Thema Fasern und Co.:

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44 comments on “100% Acryl – 100% Zum Kotzen?

  1. Heidi says:

    Schöner Artikel 🙂

    Ich bin ja (wie du sicher schon vermutet hast) eher ein Träger von Kunstfasern. Aber das liegt wohl vor allem an meinem riesen Repertoire an Sport/Funktionsbekleidung. Von außen winddicht und wasserabweisend, gleichzeitig super leicht, von innen aber warm und dennoch wird der Schweiß nach außen transportiert. Ein Hoch auf die Materialchemie 😉

    Für „Alltagskleidung“ ist das dennoch schwierig zu beantworten. Zumal ja mitlerweile so ziemlich alles mit allem gemischt wird.
    Übrigens ist meine Mutter genauso: „kauf dir einen ordentlichen Pulli“ und „dieses Plastikzeug fängt doch an zu stinken“ und „Baumwolle ist das einzig Wahre“ (leider konnte sie mit ihrer Waschmaschine nicht so richtig umgehen und deshalb sind die Stücke mit reiner Baumwolle in relativ kurzer Zeit ausgeleiert oder eingelaufen –> daher heute die Beimischung von Elasthan). Gut, wenn man seinen eigenen Haushalt führt und sich selbt um seine Wäsche kümmert 😉

  2. Danke! Und danke nochmal für dein Fachwissen.
    Gerade bei der Sportkleidung werde ich jetzt für den Winter mal noch aufstocken müssen. So langsam wird’s echt kalt beim Joggen *brr*
    Auf jeden Fall habe ich jetzt kein schlechtes Gewissen mehr, wenn sich Kunstfaseranteile in meinen Klamotten befinden! 🙂

  3. julie says:

    sehr, sehr guter Artikel!! liebe Grüße!
    xx, Julie

    frozenberries.blogspot.de

  4. Natalia says:

    Das ist so ein heikles Thema und obwohl ich mich noch nicht so ausführlich darüber informiert habe (Respekt übrigens!), habe ich schon mal hier mal da auch gehört, dass Kleidungsproduktion insgesamt ein ziemlich unfaires, unökologisches und unethisches Geschäft ist.

    Ich persönlich bevorzuge natürliche Fasern, weil sie sich einfach besser anfühlen (ich finde Akryl z.B. ganz und gar nicht weich und kuschelig) und weil sie auch besser warm halten. Vor allem bei Winterpullovern merke ich den Unterschied 🙂 Das bleibt meiner Meinung nach natürlich Geschmackssache.

    Was überhaupt hilfreich ist, denke ich, wenn wir einfach weniger Klamotten kaufen und wegwerfen. Aus alten Wollpullovern kann man neue Klamotten stricken, Baumwolle könnte man sicher auch weiterverarbeiten. Und vielleicht ist es ethischer, nicht jeden Winter jeweils zehn neue Baumwoll- und Wollpullover zu kaufen. Auch die Kunstfasern müssen erst einmal hergestellt werden und wenn wir damit wie mit Einweg-Plastik-Tüten umgehen, ist es genau so unethisch.

    Aber ich stimme dir zu: Es ist und bleibt eine ambivalente und komplexe Sache… Danke für den tollen Beitrag! Das ist einfach ein Thema, über das man sich Gedanken machen sollte! 🙂 Ich werde künftig wohl einfach versuchen, so einzukaufen, dass ich mit weniger Einzelteilen auskomme.

    Liebe Grüße
    Natalia

  5. Dani says:

    Liebe Conny,

    ich kann Deine Ratlosigkeit gut verstehen! Aber sich zu informieren ist ein erster Schritt, BEWUSST einzukaufen – und ich denke, das ist der entscheidende Punkt. Ich bin ein großer Verfechter von natürlichen Materialien, also Baumwolle, Leinen, Wolle und Seide. Nicht nur, weil sie sich viel schöner auf der Haut tragen und hochwertiger aussehen, sondern weil man auch einfach länger etwas davon hat. Ich habe beispielsweise eine pinken Kaschmirpulli, den ich jetzt schon seit fast 10 Jahren trage, er hatte schon ein paar kleine Löchlein, aber die habe ich einfach gestopft – würdest Du das bei einem billigen Kunstfaserpulli auch machen? Ich glaube nicht, denn zu dem baut mein keine Bindung auf. Wenn er aus der Mode oder kaputt ist, dann wird er eben weggeschmissen. Aber genau diese Maßlosigkeit und Wegwerfschmeißerei finde ich bedenklich. Dann lieber in ein paar hochwertige Stücke von Traditionsunternehmen investieren. Tolle Wollpullover oder -schals kann man auch wunderbar z.B. von einer Irland-Reise mitbringen, da weiß man dann ganz genau wo es herkommt. Oder man muss eben in Bio-Baumwolle investieren, da gibt’s ja mittlerweile auch schon einige Onlineshops die Teile anbieten, die nicht unbedingt nach Müsli-Mama ausschauen. Bei den synthetischen Fasern, und besonders den Funktionsstoffen, weiß man übrigens nicht genau, was sie dauerhaft für gesundheitliche Auswirkungen haben können, und wieviel der Körper davon aufnimmt. Man darf nicht vergessen: Wir tragen die Stoffe direkt auf der Haut.

    Alles Liebe
    Dani

  6. @Dani, @Natalia: Ihr habt vollkommen Recht, bewusster einkaufen sollte man (nicht nur Kleidung) sowieso. Ich denke, es gibt bei Natur- sowie Kunstfasern mehrere Argumente, die dafür oder dagegen sprechen. Mein Ziel war es auch, eine Diskussion anzuregen und daher danke für eure ausführlichen Kommentare und Meinungen! Genau so etwas hatte ich mir erhofft.

    Liebst, Conny

  7. Ariane says:

    Schöner Post. Sehr gut, dass du dich mit diesem Thema beschäftigt hast, und du hast auch super und ausführlich recherchiert, vielen Dank!

    Das einzige, was mich etwas stutzig gemacht hat, waren die Negativargumente zum Thema Kunstfasern. Die, die du aufgeführt hast, mögen stimmen, sind aber ja nur kleine Randbemerkungen sozusagen. Das Thema Plastik ist ein viel umfassenderes, was viel größere Probleme mit sich bringt. Hast du mal den Film „Plastic Planet“ gesehen? Zum ersten: Während Naturfasern biologisch abbaubar sind, sich also nach mehr oder weniger kurzer Zeit von der Erde verabschieden und komplett verschwinden, hält Plastik mehr oder weniger ewig. Auch Klamotten aus Kunstfasern werden deshalb so gut wie endlos auf der Erde verweilen, auch wenn sie schon lange nicht mehr angezogen werden. Die Müllberge wachsen… in den Weltmeeren gibts inzwischen übrigens auch mehr Plastikteilchen als zum Beispiel Plankton.
    Plastik ist gefährlich, giftig. Bei vielen Stoffen, die in Plastik, also auch in Kunstfasern, drin sind, weiß man noch nicht wirklich, welche Gesundheitsrisiken von den einzelnen Inhaltsstoffen ausgehen, allerdings sind einige Effekte wie Unfruchtbarkeit, Müdigkeit, Trägheit etc. bewiesen… Es wird übrigens zum Beispiel auch empfohlen, aus einer PET-Plastikflasche nur einmal zu trinken – denn nach und nach, mit leichter Beschädigung der Flasche, nehmen wir immer mehr Schadstoffe über das Wasser und die Flasche auf. Das selbe gilt zum Beispiel für Plastikverpackungen von Lebensmitteln, für Kinderspielzeug, und eben für Kunststofffasern, die wir auf der Haut tragen und darüber aufnehmen… Wir haben heute übrigens auch alle Plastik im Blut 🙂

    Deine Frage kann ich dir trotzdem nicht beantworten :/ Und ich bezweifle auch, dass das wirklich jemand kann. Ist so ein bisschen Wahl zwischen Pest und Cholera. Wobei ich mal gelesen habe, dass die Haltung von Alpacas zur Wollgewinnung vollkommen CO2-neutral ist 😀 Aber keine Ahnung, ob das tatsächlich stimmt und wie bei der Alpaca-Schur so verfahren wird…

  8. Laura says:

    Mir fallen jetzt an Kunstfasern noch Elasthan und Polyamid ein, sind beide allerdings wenn man’s runterbricht auch basierend auf Erdoel. Und dass vermutlich unser geringstes Problem dabei mal sein wird, dass wir keinen Sprit mehr fuer Autos haben, vergessen viele wohl…
    Ich bin auf jeden Fall gespannt, was sich da auf dem Sektor von Biopolymeren (wie Viskose) noch tun wird. Ich mag jedenfalls Viskose 🙂

  9. Liebe Ariane,

    den Film habe ich leider nicht gesehen – allerdings hatte ich mal eine Reportage gesehen, bei der es um eine von Menschen nicht bewohnte, kleine Insel ging. Dort leben sehr viele Seemöwen, die zum Teil Plastikabfälle, die angespült wurden, verschluckt haben und daran letztendlich verendet sind. Ein sehr trauriges Thema. Das ist, wie du sagst, natürlich der große Nachteil an Plastik.

    Liebe Grüße und danke für deine Meinung!

  10. Antonia says:

    Liebe Conny,
    wow, was für eine gute Arbeit! Ziemlich interessant, ziemlich frustrierend. Ich finde es so schade, dass es immer noch nicht wirklich gute Alternativen in der Bekleidungsindustrie gibt. Gerne würde ich bei Gelegenheit deinen Artikel bei uns verlinken, wäre das in Ordnung?
    Liebe Grüße!

  11. Liebe Antonia,

    da hast du Recht, frustrierend ist das auf jeden Fall. Ich bin gespannt, ob sich in der Bekleidungsindustrie in den nächsten paar Jahren etwas tut!
    Klar darfst du meinen Artikel verlinken, freut mich! 🙂

    Liebe Grüße

  12. Dagmar says:

    Hallo Conny,

    erstmal ein großes Lob für den Artikel. Zumal du nicht gleich sagst Chemie ist schlecht, kauft Naturfasern.
    Wie in so ziemlich allen Bereichen gibt es Pro und Contra und wenn ich gerade bei Seide, die ja ach so teuer ist, bedenke, dass die Seidenraupe inzwischen so überzüchtet ist, dass sie nicht mehr lebensfähig ist, wirds mir ehrlich gesagt schlecht.
    Fasern auf Cellulose-Basis find ich dafür sehr interessant und ein guter Ansatz, das möchte ich gern selbst auch weiter verfolgen und beim Klamottenkauf drauf achten.

    Ich schließe mich aber an, man muss ja nicht jedes Jahr 20 neue Pullover kaufen. Lieber einmal investiert und der hält dann auch meistens länger.

    Es gibt übrigens auch ökologisch angebaute Baumwolle, da wird weniger Wasser verwendet und keine Pestizide…. bekommst du aber so richtig auch nur im Alle Welt Laden (so heißen die doch heute? )
    Auf Angebote von H&M und co. bezüglich Bio-Baumwolle würde ich nicht vertrauen… dazu sind die mir ehrlich gesagt zu günstig. Da frag ich mich, wo das Bio her kommt.

    Aber nochmals: Großes Lob, toller Beitrag!

    Liebe Grüße
    Dagmar

  13. Mira says:

    Ich trag eigentlich nur Kunstfasern, manchmal auch Baumwolle. Ich mochte eine Zeit lang keine Baumwolle tragen wegen den schlechten Bedingungen und den unmenschlichen Verträgen, die teilweise die kleinen Bauern in Afrika eingehen müssen, um zumindest überleben zu können.

    Toller Beitrag übrigens! Manches wusste ich noch nicht 😀

  14. Kristina says:

    Ein wirklich toller & informativer Artikel. Das die rein chemischen Faser aber Erdöl als Basis haben, darf man nicht vergessen! Erdöl-Gewinnung ist kurz- und langfristig wahrscheinlich moralisch noch schlimmer, als die Qual der Tiere. Umweltsysteme werden gestört, ja teilweise komplett zerstört & die Erde ausgebeutet. Die Folgeschäden aus Erdölprodukten (Benzin, Plastik) sind bekanntermassen auch nicht ohne. Wer wirklich ökologisch Einkaufen will, sollte mMn entweder Bio-Baumwolle, Kleider aus recycletem Plastik oder Seconhand kaufen. Aber gerade bei ökologischer Neumode stimmt für mich (1) der Stil und (2) oft auch der Preis nicht. Ich wollte mir dieses Jahr nämlich ökoligische, schwarze Leggings kaufen. Die einzigen die ich gefunden habe kosteten 80 sFr (ca 60 Euro) – was ich zB nicht nachvollziehbar finde…

    Nochmals Danke für den tollen Post!

    Herzliche Grüsse,
    Kristina

  15. wmw style says:

    puh, genau die gleichen probleme haben wir auch immer! aber nackt und oben ohne kann man ja im winter auch schlecht rumlaufen- naja in den anderen jahreszeiten auch nicht 😀

    wir versuchen daher immer irgendwie ne zwischenlösung zu finden- zB auch mal selbst zu stricken, wobei man da ja auch nur die wolle verwendet. also alles in allem eine große scheiße!!!

    toller artikel und wirklich sehr informativ!!!

    liebst die twins

  16. Sarina says:

    Hallöchen!

    Also ich finde auch, dass du da einen sehr schönen Artikel verfasst hast, den ich mit großem Interesse gelesen habe! Ich muss zugeben, dass ich mich bisher eher weniger mit diesem Thema auseinander gesetzt habe, tendenziell aber eher zu den natürlichen Fasern tendieren würde – einfach, weil „natürlich“ selbstverständlich besser klingt als „chemisch“ 😀 Doch nicht erst durch das Lesen dieses Artikels versuche ich eigentlich, die Tiere etwas zu entlasten und nicht mehr soo sehr zu all den Qualen beizutragen, beispielsweise indem ich weniger Fleisch esse und bei dem versuche zu kontrollieren wo es herkommt. Die Kleidung wäre wohl nun der nächste Schritt und nachdem was du da so geschrieben hast, finde ich schon, dass diese „chemischen“ oder „künstlichen“ Fasern eine gute Alternative sind, immerhin müssen dafür ja wenigstens nicht direkt Tiere leiden…

    Nur falls es dich interessiert: Es kann sich derzeit ganz leicht durch einen Dateneintrag im Internet für eine Initiative gegen Tierversuche eingesetzt werden, den Link dazu findest du auf meinem Facebookprofil! 🙂

    LG

  17. Danni says:

    Sehr guter Artikel! 🙂 Habe ihn mir gleich unter meine Favoriten abgespeichert.
    Ich denke, solange man keine Naturfasern von Tieren trägt, ist alles noch halbwegs in Ordnung. „Gute Fasern“, die umweltbewusst etc hergestellt und verarbeitet werden, existieren eh nur im Traum. Von daher soll es mich nicht jucken, ob mein Pullover Polyester, Acryl oder Baumwolle ist. Hauptsache er hält warm, ist nicht zu teuer und es wurden keine Tiere dafür gequält.
    Liebe Grüße, Danni

  18. Lisa says:

    Da kann man gar nicht mehr viel hinzufügen 😉
    Hast du sehr schön recherchiert!

    Ich finde es schwierig zu beurteilen.
    Grundsätzlich ziehe ich Naturfasern synthetischen Chemiefasern wie Acryl, Polester o.ä. vor.
    Natürliche Chemiefasern aber wie Viskose, Modal, oder (auch sehr schön) Lyocell fühlen sich wunderbar auf der Haut an, und vereinen die guten Trageeigenschaften von Natur- und Chemiefasern.
    Das ist aber nur eine von mir subjektive Empfindung, die nur auf dem Tragekomfort beruht.

    Letztendlich muss man seine Entscheidung, welche Faser man kauft, auch davon abhängig machen, wo man sie kauft.
    Escada zum Beispiel hat in seinen letzten Kollektionen immer wieder Kleider in Maschenware (Jersey) aus Triacetat.
    Das ist eine Chemiefaser, die aber in diesem Fall so hochwertig produziert wurde, dass sowohl Trage- als auch Pflegeeigenschaften auf höchstem Niveau sind.
    (es gibt natürlich auch noch andere Beispiele, aber damals war ich immer bei den Kollektionspräsentationen dabei 😉 )

    Liebe Grüße,
    Lisa

  19. Claire says:

    Liebe Conny,
    Was für ein toller, informativer Artikel! Wahnsinnig spannend und super recherchiert.
    Das Ganze ist ein schwieriges Thema, ich tendiere aber trotzdem zu Naturfasern. Es müsste einfach eine Kennzeichnungspflicht geben, wie, unter welchen Bedingungen, vom wem, etc. etc. die Stücke hergestellt werden. Polyester hat man der Erdölproduktion zu „verdanken“, was man aber viel zu oft vergisst, ökologisch jedoch genauso bedenklich ist.
    Man sollte einfach weniger und bewusster einkaufen und wenn möglich bei Firmen, von denen man weiß, dass nachhaltig produziert wird.
    Liebe Grüße,
    Claire

  20. Charlotte says:

    Wow, Respekt für die ganze Mühe, die du dir mit diesem Artikel gemacht hast!
    Ich bin für mich selbst schon seit einiger Zeit zu dem Schluss gekommen, auf Kunstfasern weitestgehend zu verzichten. Das liegt vor allem daran, dass ich der Meinung bin, dass Baumwolle und Wolle um einiges hochwertiger sind, als Polyester, Acryl & co. Und jetzt kommst DU und bringst mich durcheinander! 😀
    Aber, ich glaube ich bleibe dabei, denn was wir grundsätzlich überdenken müssen, ist unser Konsumverhalten. Lieber kaufe ich mir einen schönen Wollpullover für 60€, als 3 für jeweils 20€, die vielleicht auch schneller wieder aussortiert werden oder im Kleiderschrank nach hinten wandern. Ein weiterer Aspekt: Ich finde Polyester fühlt sich ganz und gar nicht angenehm an auf der Haut und ja, die Hitze staut sich unter den Kleidungsstücken …

    Schwierige Angelegenheit und ich finde es toll, dass du darauf aufmerksam machst. Für Seide gibt es übrigens auch eine künstliche Ersatzfaser, die sich Cupro nennt. Aber frag mich nicht, wie die hergestellt wird … 🙂

  21. daniz says:

    Schöner Artikel, doch auf Deiner Suche nach Naturfasern hast Du Hanf vergessen.

    Die Vorteile von Hanf kurz zusammengefasst:
    – deutlich weniger Wasserverbrauch bei der Herstellung als bei Baumwolle
    – es sind keine Pestizide notwendig
    – Hanf ist schnell nachwachsend
    – sehr strapazierfähige Fasern
    – hoher Tragekomfort; gute Feuchtigkeitsregulierung
    – hautverträglich
    – Rohstoff in Deutschland herstellbar

    Quelle: http://www.greenaction.de/kampagne/hanf-statt-baumwolle

    Als der aus Bayern zugereiste Schneider Levi Strauss Mitte des vorigen Jahrhunderts in San Francisco die erste Jeans zusammennietete – als Arbeitshose für die Goldwäscher Kaliforniens – benutzte er dazu natürlich ein Tuch aus 100% Hanf. Kein anderer Stoff hätte die ständige Nässe ohne Korrosion ausgehalten – nicht nur in der Reißfestigkeit, auch in der Nassfestigkeit ist Hanf die Naturfaser Nr. 1.

    Quelle: http://www.hanfhaus.de/textilien-i-3.html

    Hanfkleidung steht der Baumwolle in punkto Weichheit und Vielseitigkeit in nichts nach, ist jedoch fester und haltbarer und kann zudem Wasser besser absorbieren. Baumwolle laugt den Boden, auf dem sie angebaut wird, rasch aus. Doch wenn Hanf richtig angebaut wird, wahrt er die Qualität des Bodens oder verbessert sie sogar. Der industrielle Baumwollanbau erfordert enorme Mengen an Chemikalien zum Züchten und Weiterverarbeiten der Pflanze. Ganz im Gegensatz zu Hanf, bei dem dies nicht der Fall ist. Alles in allem bestechen Hanftextilien durch eine hochwertigere Qualität und sind dabei auch noch weniger umweltschädlich in ihrer Herstellung.

    Quelle: http://hashmuseum.com/de/hanffasern-fuer-industrielle-zwecke

    Neben dem Einsatz in der Textilindustrie ist Hanf auch ein besserer Zellstoff als Holz und somit für die Papierindustrie interessant:

    Der berühmt berüchtigte Zeitungsmagnat William Randoph Hearst war Eigentümer der Hearst Paper Manufacturing Division von Kimberly Clark und besass riesige Flächen an Wald. Die Hearst Company lieferte Papierprodukte und benötigte diese auch für das Zeitungsimperium. Hearst war nur aus Profitgier einer der grössten Zerstörer der Waldbestände in Amerika und er lief Gefahr Millionen wegen dem Erfolg des Hanfs als besserer Zellstoff zu verlieren.

    Quelle: http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2009/05/warum-die-wunderpflanze-hanf-verboten.html

    Doch wir glauben ja alles was in der Zeitung steht / im TV ausgestrahlt wird und daher ist Hanf = Marijuana = Böse!

  22. Hi daniz,

    ja, leider ist der Post nicht vollständig, da hast du recht. Daher ein umso größeres Dankeschön für den ausführlichen Kommentar! 🙂

    LG, Conny

  23. schein says:

    Hallo, bestellen Sie bei Hess natur. Dann sind Sie auf der sicheren Seite. Dann gibt es ein gutes Buch, worin alles erklärt ist: Kleidung Deine zweite Haut von Johannes Paulus Lehmann.
    Viele Grüße
    S. Schein

  24. Hanne says:

    Google mal Inkota. Die befassen sich mit fairer Kleidung. Ich finde den Bericht ein wenig einseitig. So werden die gesundheitlichen Gefahren bei Kunstfasern völlig außen vor gelassen. Es gibt zudem auch Biobaumwolle und Schurwolle als auch Kaschmir. Und das auch unter 100 Euro. Wer suchet, der findet.

  25. Hallo Hanne,

    der Post hatte keinen Anspruch auf Vollständigkeit – ich hatte mich vor zwei Jahren lediglich gefragt ob Kunstfasern wirklich so schrecklich sind wie ihr Ruf, habe mich informiert und einiges herausgefunden. Dann dachte ich, meine Erkenntnisse doch auf meinem Blog teilen zu können 😉 Zwei Jahre später bin ich nun auch noch etwas schlauer geworden. Danke für deinen Tip, werde ich mir mal ansehen!

    Welche gesundheitlichen Gefahren haben Kunstfasern deiner Meinung nach?

    LG, Conny

  26. Christina says:

    Was das Problem mit Kunstfasern ist? Google mal, wie viele Tonnen Acryl etc. jährlich mit den Waschgängen in unser Abwasser und somit in die Natur gespült werden. Was hergestellt wird, muss auch wieder entsorgt werden, und dass synthetische Plastik-Stoffe alles andere als unbedenklich in der Entsorgung sind (übrigens auch im Kontakt zur Haut), lässt sich vielleicht nicht in jedem Forum nachlesen, das man zur Recherche konsultiert, aber auf normalen informativen Websites schon.

    Alternativen zur bedenkenlosen Kleidungsbeschaffung aus Naturfasern: Bio oder halt Second-hand. So machen wir es zumindest.

  27. Hi Christina,

    woher nimmst du denn die Info, dass ich Foren zur Recherche genutzt habe? Ich meine das jetzt nicht böse, aber ich fühle mich als Studentin im 10. Semester durchaus in der Lage, gute von schlechten Quellen zu unterscheiden. Darüber hinaus hatte ich ja bereits mehrfach erwähnt, dass es sich hierbei nicht um eine wissenschaftliche Arbeit handelt.

    Eigentlich – wenn man den Artikel mal auf das Wesentliche herunterbricht – habe ich hier lediglich aufgeführt, welche Kunstfasern sich häufig in Kleidungsstücken befinden und was die Unterschiede zwischen ihnen sind. Dass Kunstfasern besser sind als Naturfasern habe ich nie geschrieben und dieser Auffassung bin ich auch nicht. Allerdings finde ich, was ich eben auch mit in den Post aufgenommen habe, dass viele Naturfasern (zum Beispiel Baumwolle) auch nicht ressourcenschonend produziert werden können. Daran ändert prinzipiell auch ein Bio-Etikett nichts.

    Des Problems von Kunstfasern bin ich mir durchaus bewusst. Steht ja auch im Post. Aber wirklich DIE perfekte Faser gibt es mMn (noch?) nicht und das ist die Quintessenz dieses Blogposts.

    Second-Hand ist natürlich eine sehr gute Variante. Eigentlich auch die beste, die mir so spontan einfällt. Schön, dass du so darauf achtest!

    Liebe Grüße,
    Conny

  28. Paula says:

    Ich finde deinen Beitrag total super. Hut ab, dass du dich so gut informiert hast und es mit uns teilst. Ich bin auch total verwirrt, was nun das richtige Material für meine nächsten Einkäufe sind.

  29. Herold Stemberger says:

    Liebe Conny!

    Ich weiß nicht, woher du deine Informationen besitzt, aber Schafe werden 3-4 mal im Jahr geschoren. Du gehst ja auch nicht nur einmal im Jahr zum Friseur, oder?

    Das Thema „PETA“ können wir in die Länge ziehen bis zum Gehtnichtmehr. Für mich sind diese Leute Heuchler. Setzen sich offiziell für die Tiere ein und dann sieht man sie beim McDonalds einen BigMac essen (wie der Leiter der PETA Deutschland).

    Die Schafe sind froh, wenn sie den Pelz runterbekommen, denn für sie ist das nur eine körperliche Belastung. Du bist sicher auch froh, wenn du keinen Wintermantel, Haube, Schal und Handschuhe im Sommer bei 30 Grad Celsius tragen musst, oder?

    Ich habe 248 Schafe und wenn man das Schaf sehr gewissenhaft schert, dann kann man pro Schaf mit 15-20 Minuten rechnen. Sei bitte so freundlich und rechne das selbst bei 248 Schafen hoch (kleiner Tipp: es sind mehr als 60 Stunden). Da ich auch was Anderes zu tun habe, schere ich meine Schafe mit meinem Sohn schnell und effizient. Das dauert dann pro Schaf nur 5 Minuten und keines der Schafe wird verletzt.

    Aber bitte, bitte hört doch lieber auf die PETA-Typen, die den ganzen Tag nichts anderes machen als die Arbeit anderer zu kritisieren und zu verteufeln, aber dann heuchlerisch Gummibärchen (werden aus Schweinebäuchen gemacht) essen, Wollmützen tragen und Land Rover fahren (sehr gut für die Umwelt). Aber bitte hört doch auf diese Leute, die einen Job haben, in dem sie sich über andere aufregen und andere denunzieren können. Bravo und Respekt an solche Leute!

    Herold Stemberger (körperlich Arbeitender)

  30. Hallo Herold,

    danke für deinen Kommentar. Ich würde es toll finden, wenn du meinen Artikel nochmal genauer lesen würdest. Unter anderem habe ich dort zum Thema Schafswolle geschrieben: „Geht es einem stinknormalen Woll-Schaf gut? Die Frage lässt sich wohl nicht pauschal beantworten und wird von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich sein.“

    Offenbar scheint es deinen Schafen gut zu gehen, das finde ich toll. Andererseits gibt es vermutlich auch Betriebe mit weit mehr Schafen, die sich vielleicht nicht so viel Zeit nehmen.

    Zudem habe ich geschrieben, dass PETA der Meinung ist, dass Schafe unter der Schur leiden (Zitat: „Laut Peta leiden die Schafe dennoch unter der Schur, da diese oft wegen der Masse an Tieren schnell erfolgt und dadurch nicht besonders sorgsam mit den Schafen umgegangen wird.“). Meinst du denn nicht, dass es Betriebe gibt, die nicht so gut mit ihren Tieren umgehen?

    Ich finde, man sollte nicht pauschalisieren – auf keiner Seite. Ich bin mir sicher, dass es bei PETA genauso „schwarze Schafe“ gibt, wie bei Betrieben die für die Wollproduktion zuständig sind. Schön zu hören, dass es bei dir anders läuft.

    Im Allgemeinen scheinst du etwas gegen PETA zu haben – was jetzt erstmal bis auf zwei, drei Zitate rein gar nichts mit meinem Artikel oder meinem Blog oder gar mit mir zu tun hat. Daher verstehe ich die Aufregung nicht so ganz: Mir ging es um nachhaltige und tierfreundliche Materialien, aus denen Kleidung hergestellt werden kann. Dabei habe ich von allen Materialien, die mir bei der Recherche häufig begegnet sind, mögliche Nachteile aufgezählt an die man als Endverbraucher beim Kauf vielleicht erst einmal gar nicht denkt. Im Grund wollte ich genau das: Zum Nachdenken und Nachforschen anregen.

    Du regst dich in deinem Kommentar übrigens über Leute auf, die sich über andere aufregen – nur so als Randbemerkung 😉

    Viele Grüße!

  31. Astrid Schütte says:

    Liebe Conny,
    vielen Dank für die ausführliche Zusammenstellung.
    Es macht schon Sinn immer wieder einmal über unsere Kleidung nachzudenken.
    „Less is more“ gilt eben fast überall 🙂
    Beste Grüße
    Astrid

  32. lisa says:

    die entscheidung fällt schwer.
    am besten: second hand naturfasern kaufen!!! und vor allem weniger konsumieren. alles andere ist doch jacke wie hose…
    ich als mama ziehe meinem sohn ausser in strumpfhosen und leggins (meistens mit einem anteil elastan) nur naturfasern an, wegen der weichmacher. nicht nur bpa sondern auch alle möglichen anderen weichmacher stehen im verdacht gerade bei kleinen kindern diverse dinge verantworten zu müssen, den hormonhaushalt zu beeinflussen etc.
    wegen microplastik (insbesondere verschuldet durch schön flauschige plasteklamotten), welches durchs waschen in die gewässer gelangt versuche ich auch mir weitestgehend keine klamotten zu kaufen, die kunstfasern enthalten. auch nicht gebraucht.
    und wie gesagt, das problem mit der tierhaltung umgehe ich indem ich klamotten aus wolle/schuwolle/cashmere/seide und all den anderen kostbaren materialien nur gebraucht kaufe, so wurde das produkt nicht ausschliesslich für mich hergestellt und der ökologische fussabdruck wird kleiner. wenns mal nicht passt umnähern (lassen) 🙂

  33. Angelo says:

    Danke für diesen persönlichen Bericht, der sich viel interessanter liest als ein Fachartikel. Ich bin auf ihn gekommen, weil ich kurz davor bin mir eine sehr günstige „“Norweger Mütze“ Beanie „Wollmütze““ aus Acryl die sehr schön gehäkelt(?) aussieht und zudem extrem günstig ist bei eBay aus China zu bestellen und habe mich auch gefragt ob das vom Material her ökologisch sinnvoll und riskant für mein Haar wäre. Durch deinen Artikel kann ich mir nun besser eine Meinung bilden. Ich hätte am liebsten eine selbstgehäkelte aus Naturfasern aber habe da gerade keine Quelle. Durch deinen aufschlussreichen Bericht werde ich in Zukunft auch bei pflanzlichen Naturfasern kritischer sein. Tierische Produkte meide ich auch völlig, weil einfach jedes Tierleid um ein Produkt für den Menschen zu „produzieren“ vollkommen unnötig und grausam ist.

    Ich schreibe dir hier, weil ich finde, dass du eine sehr wichtige Naturfaser vergessen hast, die wie ich denke nicht nur in der Textilindustrie eine große Renaissance erleben wird und damit ein großes Potenzial bietet, unserem Planeten mit seinen Bewohnern auf Dauer etwas Gutes zu tun:

    Hanf 🙂

    Ich habe mal eine Doku auf youtube gesehen vor ein paar Jahren, ich komme nicht auf den Namen, es war sehr interessant. Bis ca. in die 20 Jahre war Hanf damals der Haupttextilstoff, hochwertig, sehr strapazierbar, günstig und nachhaltig(die stärksten Seile/Taue sind aus Hanf). Als die Menschen aus Mexico anfingen, in die Usa einzuwandern und ihre „hochgefährliche“ Droge Marijuana mitbrachten, war es ein gefundenes Fressen für die Leute die die Wirtschaft kontrollierten, dadurch den Hanf komplett zu verbannen und so kamen die ersten Nylonstrümpfe für die Damen auf dem Markt, die natürlich werbepropagandamäßig „Der Renner“ waren und so geriet Hanf als Naturfaser für die Textilindustrie dann schnell in die Vergessenheit. Ich bin mir nicht sicher, aber gehe davon aus, dass man Hanf bestimmt auch sehr fein verarbeiten kann.

    Hanf wächst unglaublich viel schneller als Baumholz und man könnte beispielsweise auch viel umweltschonenderes Hanfpapier herstellen und noch viel mehr

    Möge der Hanf bald zurückkommen und die Erde bereichern!

    LG
    Angelo

  34. Mit großem Interesse habe ich deine sehr persönliche, jedoch wirklich informative Beschreibung der unterschiedlichen Stoffarten gelesen und möchte dir mein Kompliment aussprechen, du hast es sehr gut zusammengefasst.
    Nun, nackt können wir nicht herumlaufen und bei der Produktion der Stoffe, ganz gleich welcher Art, wird immer irgendwo ein Missbrauch entstehen, ob durch zuviel Wasser, durch Verwüstung von Weideland, durch qualvolles Scheren, etc. pp. Hier ein wenig planvoll vorzugehen ist ratsam, wird jedoch dann ausgehebelt, wenn man eben möglicherweise nur einen kleinen Geldbeutel hat und dann zu „made-in-asia“-Produkten greift, weil sie billig und trotzdem schön sind – und möglicherweise Kinderarbeit oder andere schauerliche Arbeitsbedingungen hinter sich haben.
    Dein Mitleid mit der SEidenraupe hat mich doch lachen lassen. Oh, ja, das ist alles schrecklich. Aber wir essen Eier – nehmen den armen Hühnern die Möglichkeit Nachkommen zu haben weg, wir trinken Milch und essen Käse, Produkte, die eigentlich ursächlich den Kälbern zugute kommen sollten… usw. Und wer sagt uns wie laut die Bäume schreien, wenn sie gefällt werden? Wie der Salat seufzt, wenn er abgeschnitten wird? Die Welt ist voller SChmerzen, wenn man es genau betrachtet. (smile and cry – cry and smile)
    Unser menschliches Leben ist eben so ausgerichtet, dass ein jedes Ding, das wir benutzen, irgendwo einen Schaden hinterlässt – und eben nicht nur im Jetzt sondern auch in der Zukunft, wenn das Plastikzeug nicht verrottet und die Meere verpestet, die Böden zumüllt und noch in wie vielen hundert Jahren unseren Erdball belasten wird.
    Übrigens: Modal aus Buchenholz. Ich habe mir Schlafanzüge aus diesem Material gekauft und bin unendlich zufrieden damit. Atmungsaktiv, sehr angenehm auf der Haut, kühl und warm, Ein Supermaterial!
    Noch einmal danke für diese Seite!

  35. Kerstin Adams-Voltz says:

    Hallo und Danke für deinen ausführlichen Artikel. Ich habe auch gerade versucht mich über alle möglichen Fasern zu erkundigen. Ich bin auch wie der Tor bei Faust … ich gehe jetzt danach was meiner Haut gut tut … und das sind hauptsächlich aus natürlichen Fasern hergestellte Stoffe/Gewebe, Also bleibt Baumwolle/Modal/Viskose/Seide/Wolle/Leder. Da kann meine HAut atmen …. unser größtes Organ. Zu dem sollte man gut sein. :o)
    Ich wünsche dir weiterhin Neugier und viel Spaß bei deiner Arbiet in der Modebranche (wenn das noch so ist).

    Aus dem charmanten Rheinhessen sonnige Grüße

    Kerstin

    PS: Paris ist wirklich wundervoll.

  36. Julia says:

    danke für diesen Beitrag! Super erklärt und sehr hilfreich bei der Suche nach dem passenden Material für meinen neuen Winterpullover.

  37. Hallo Julia, danke für deinen Kommentar. Wofür hast du dich denn entschieden? Ich denke mittlerweile, dass Bio-Baumwolle und Co. in Summe ganz gute Materialien sind.

  38. Alex W. says:

    Liebe Cornelia,

    ich finde es beachtlich welche Aufmerksamkeit dein Blog bereits bekommen hat. Immerhin ist er einer der ersten Ergebnisse auf Google, wenn man sich nach Acryl in Kleidung informieren möchte. Glückwunsch! 🙂

    Ich hätte da noch zwei Aspekte, die du vielleicht interessant finden könntest.

    Nr. 1 ist Microplastik in unseren Gewässern. Manche könnten ja sogar meinen, dass man mit Polyester-Kleidung etwas Gutes tut, weil man damit PET „recycelt“. Aber mit jedem Waschgang landet etwas davon im Abwasser und über den Wasserkreislauf und die Nahrungskette letztlich auch in unserem Körper. Abgesehen davon ist die PET Produktion an sich schon eine recht schmutzige Angelegenheit.
    Dazu findet man reichlich Beiträge im Netz.

    Nr. 2 wäre die Frage ob wir nicht auch direkt schon gewisse Anteile der Kunststoffe über die Haut aufnehmen. Dazu habe ich gerade wenig fundiertes Material parat aber meiner Meinung nach ist es nur eine Frage der Zeit, bis die richtigen Studien kommen… oder vielleicht gibt es auch schon einige, wenn man gründlich recherchiert. (Ähnlich wie schon mit den Weichmachern BPA.) Kunststoff war einfach noch nie gesund und wird es auch nicht mehr werden.

    Hoffe das landet nicht einfach im Spam-Ordner.

    Wünsche weiterhin viel Erfolg und Spaß beim Bloggen.

    Beste Grüße

    Alex

  39. Hallo Alex,

    ist nicht im Spam gelandet. 🙂
    Vielen Dank für deinen ausführlichen und informativen Kommentar.

    Der Punkt ist, du hast natürlich Recht was die Kunstfasern und Microplastik angeht, aber den Post so an sich werde ich nicht mehr umschreiben. Der ist schon einige Jahre alt. Ich bin mittlerweile auch schlauer geworden, denn wie du sagst, gibt es mittlerweile echt viel dazu im Netz. Es würde sich lohnen, da nochmals viel Arbeit in Recherchen zu stecken.

    Hoffentlich finde ich mal die Zeit, eine Fortsetzung zu schreiben. Den Blog mache ich nicht beruflich, daher ist es schwierig Zeit für eine ausführliche Recherche zu diesem wichtigen Thema zu finden.

    Viele Grüße
    Cornelia